Verstorbener Foo-Fighters-Schlagzeuger Taylor Hawkins soll über Tourstress geklagt haben

Gegenüber anderen Musikern soll sich Taylor Hawkins über die erschöpfenden Tourneepläne der Foo Fighters beschwert haben. Der Schlagzeuger starb im März mit 50 Jahren. Das Management seiner Band weist die Vorwürfe zurück.
Taylor Hawkins am Schlagzeug bei einem Foo-Fighters-Konzert: »Er sagte ›Ich schaff das verdammt noch mal nicht mehr‹«

Taylor Hawkins am Schlagzeug bei einem Foo-Fighters-Konzert: »Er sagte ›Ich schaff das verdammt noch mal nicht mehr‹«

Foto: Dan Deslover / RMV via ZUMA Press / dpa

Am 25. März wurde in einem Hotel in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá der Notarzt gerufen; er konnte nur noch den Tod des Hotelgasts feststellen: Taylor Hawkins, 50 Jahre alt und Schlagzeuger der Rockband Foo Fighters.

Seither wurde noch keine offizielle Todesursache bekannt gegeben. Es gab zwar Berichte, wonach Spuren von Drogengebrauch in Hawkins' Leichnam gefunden worden seien, aber der Autopsiebericht ist bisher nicht publik geworden.

Für einen ausführlichen Artikel  hat das US-Musikmagazin »Rolling Stone« in den anderthalb Monaten nach seinem Tod mit 20 Freunden und Weggefährten gesprochen (wobei weder die Familie noch die Bandkollegen zu Aussagen bereit waren). In dem Text versucht die Zeitschrift, Taylor Hawkins' gesundheitlichen und mentalen Zustand in den Monaten vor seinem Tod zu rekonstruieren.

Zu den Befragten zählen auch die Schlagzeuger der Bands Pearl Jam und Red Hot Chili Peppers, die berichten, dass Hawkins' ihnen gegenüber Sorgen wegen des anstehenden Tourneeplans geäußert habe. Beide haben sich nach Veröffentlichung des Artikels allerdings von dem Text distanziert und sich für ihre Beteiligung an ihm entschuldigt. Das Management der Foo Fighters bestreitet, dass Taylor Hawkins etwaige Vorbehalte der Band gegenüber geäußert habe.

Matt Cameron, der Schlagzeuger von Pearl Jam, wird in dem Artikel damit zitiert, dass der mit ihm befreundete Hawkins ihm gesagt habe, er »schaffe es verdammt noch mal nicht mehr.« Hawkins habe ihm von einer Aussprache mit Foo-Fighters-Frontmann Dave Grohl berichtet: »Also denke ich, dass sie zu einer Art Verständigung kamen«, so Cameron: »Aber danach schien der Tourplan nur noch irrsinniger zu werden.« Es habe keine Aussprache mit Grohl oder ein Treffen mit dem Management zu der Thematik gegeben, lässt sich ein Sprecher der Band zitieren.

In dem Artikel wird auch über einen Zwischenfall in einem Flugzeug in Chicago im Dezember 2021 berichtet. Demnach soll Hawkins in der Maschine das Bewusstsein verloren haben. Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers erzählt, Hawkins habe ihm gesagt, »dass er erschöpft war und zusammengebrochen sei. Sie hätten ihn mit Infusionen vollpumpen müssen, weil er dehydriert war«. Auch Smith zitiert Hawkins mit den Worten: »Ich kann so nicht weitermachen« und spricht von einer angeblichen Aussprache.

Chad Smith entschuldigte sich via Instagram für den Schmerz, den der »Rolling Stone«-Artikel bei der Familie von Taylor Hawkins und seinen »musikalischen Freunden« ausgelöst haben möge. Er habe den Charakter des Artikels falsch eingeschätzt, die Geschichte sei »aufbauschend und irreführend.«

Ähnlich äußerte sich auch Pearl-Jam-Kollege Matt Cameron. Er habe angenommen, dass er sich an einer Feier von Leben und Werk des Verstorbenen beteilige. Seine Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen und in ein Narrativ eingebaut worden, das er nicht vorgesehen habe. Auch er versicherte Hawkins' Familie und Bandkollegen seinen tiefsten Respekt und entschuldigte sich.

In dem Artikel wird noch eine weitere mit Hawkins befreundete Person zitiert, die anonym bleiben wollte, die aber ebenfalls von der Aussprache über das Tourprogramm spricht. Es habe Verabredungen gegeben, die Belastung herunterzufahren, aber Taylor Hawkins habe sich weiterhin unter Druck gesetzt gefühlt. Der Sprecher der Foo Fighters weist zurück, dass es von Hawkins' Seite irgendwelche Einschränkungswünsche gegeben habe.

Die Bluesmusikerin Sass Jordan, für die Taylor Hawkins am Anfang seiner Karriere trommelte, wird in dem Artikel damit zitiert, dass sie sich mit Hawkins verabreden wollte, er ihr aber gesagt habe: »Ich kann gar nicht auf den Tourneeplan schauen, das macht mir schon Angst!« Jordan verlinkte den »Rolling Stone«-Artikel auf ihrer Facebookseite .

feb
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.