Umstrittene Rockband Kein Frei.Wild-Konzert in Flensburg

Wegen ihrer Texte ist die Südtiroler Band Frei.Wild seit Jahren umstritten, sie füllt riesige Hallen. In Flensburg wird es aber nun kein Konzert geben - aus rechtlichen Gründen.

Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger
Frank Hoensch/ Redferns/ Getty Images

Frei.Wild-Frontmann Philipp Burger


Die umstrittene Rockband Frei.Wild darf am 20. April nicht in Flensburg auftreten. Das Landgericht Flensburg wies den Antrag eines Konzertveranstalters auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück. Der Antrag hatte im Wesentlichen darauf abgezielt, die Flens-Arena Ende April für das Konzert zur Verfügung zu stellen.

Nach Auffassung der Zweiten Zivilkammer hat der Tourneeveranstalter keinen Anspruch auf Überlassung der Halle, da zwischen den Parteien kein Mietvertrag zustande gekommen sei. Der Geschäftsführer der Flens-Arena hatte zuvor Sicherheitsbedenken geäußert. Daher sei unklar gewesen, ob die Veranstaltung überhaupt habe stattfinden können, berichtet der NDR. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Mehrfach war Frei.Wild für den deutschen Musikpreis Echo nominiert. 2013 wurde die Band nach Protesten von der Nominierungsliste gestrichen, woraufhin sie ein Jahr später die Veranstaltung trotz erneuter Nominierung boykottierte. 2015 positionierte sich Frei.Wild angesichts der Flüchtlingsdebatte gegen rechts. Der Sänger Philipp Burger war Anfang der Nullerjahre Mitglied der Skinhead-Formation Kaiserjäger.

Gegen das Frei.Wild-Konzert regt sich viel Widerstand in Flensburg. Der Deutschrock-Gruppe aus Südtirol wird von Kritikern eine Nähe zur rechten Szene vorgeworfen, was die Band bestreitet. Stattdessen bezeichnet sie sich selbst als "überzeugt von bestimmten konservativen Werten".

brs/dpa



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