»Spröde und zerrüttete« Beziehung Sex Pistols streiten über geplante TV-Serie

Eigentlich wollte Regisseur Danny Boyle die Geschichte der Punk-Band als Serie verfilmen. Doch nun ist zwischen den früheren Mitgliedern der Sex Pistols ein Rechtsstreit ausgebrochen.
Die »Sex Pistols« in London: Johnny Rotten (2.v.r.) findet die Memoiren »respektlos«

Die »Sex Pistols« in London: Johnny Rotten (2.v.r.) findet die Memoiren »respektlos«

Foto: imago stock&people; / imago images/LFI

Noch bis in die 2000er-Jahre spielten sie gemeinsam auf der Bühne – jetzt stehen sie gegeneinander vor Gericht: Zwei frühere Mitglieder der Punk-Band »Sex Pistols« haben nach übereinstimmenden Medienberichten, darunter die BBC  und das Branchenportal Deadline , den Sänger Johnny Rotten verklagt.

Zu einer geplanten Fernsehserie zur Geschichte der Band wollten Gitarrist Steve Jones und Schlagzeuger Paul Cook mehrere Songs der Band zur Veröffentlichung freigeben. Rotten hat die Serie laut Nachrichtenagentur AP aber als »respektlos« bezeichnet. Er weigert sich demnach, die Erlaubnis für die Aufnahmen der Songs zu erteilen. Der Gerichtsprozess wird voraussichtlich bis in die nächste Woche andauern.

Fernsehserie soll kommendes Jahr zu sehen sein

Der Rechtsanwalt von Jones und Cook sagte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP, die ehemaligen Bandkollegen hätten eine »spröde und zerrüttete« Beziehung. Er argumentierte, dass nach den Vereinbarungen eines Bandvertrages von 1998 Entscheidungen über Lizenzierungsanträge auf der Basis von »Mehrheitsregeln« getroffen werden könnten. Der frühere Bassist der Band, Glen Matlock, unterstützte demnach die Position von Cook und Jones.

Rotten hingegen behauptet, dass Lizenzen für die Nutzung seiner Musik nicht ohne seine Zustimmung vergeben werden können. Sein Anwalt argumentierte laut Nachrichtenagentur AP, dass Jones' Memoiren, auf denen die Serie basiert, den Sänger »in einem feindseligen und wenig schmeichelhaften Licht« darstellen.

Die 1975 in London gegründete Band Sex Pistols wurde in der britischen Musikszene mit Songs wie »God Save the Queen« und »Anarchy in the U.K.« groß. Die Band löste sich 1978 nach der Veröffentlichung eines Albums auf, aber die verbleibenden Mitglieder haben seither zu verschiedenen Konzerten immer wieder zusammengefunden.

Die Fernsehserie mit dem Arbeitstitel »Pistol« soll kommendes Jahr zu sehen sein. Der oscarprämierte Filmregisseur Danny Boyle (»Trainspotting« und »Slumdog Millionaire«) inszeniert die Geschichte der Band in sechs Teilen für den US-Fernsehsender FX. Sie basiert auf den Memoiren des Sex-Pistols-Gitarristen Steve Jones, die er unter dem Titel »Lonely Boy. Tales from a Sex Pistol« veröffentlichte.

ime/AP
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