Skandal-Rap "Stress ohne Grund" Gericht lehnt Anklage gegen Bushido ab

In "Stress ohne Grund" beleidigt Bushido Politiker, rappt von Tötung und Gewalt. Im September folgte eine Anklage der Staatsanwaltschaft. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat nun die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen den Rapper abgelehnt.
HipHopper Bushido: Stress ohne Ende

HipHopper Bushido: Stress ohne Ende

Foto: Paul Zinken/ dpa

Berlin/Hamburg - Volksverhetzung, Frauendiskriminierung, Gewaltdarstellung: Die Vorwürfe gegen "Stress ohne Grund", einen Titel des Berliner Rappers Bushido, wiegen schwer. Im September 2013 erhob die Staatsanwaltschaft deshalb Anklage. Doch nun ist das Verfahren erst einmal gestoppt. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat abgelehnt, das Hauptverfahren gegen den Rapper zu eröffnen.

Die Staatsanwaltschaft zeigt sich damit nicht einverstanden. "Wir werden Beschwerde einlegen", sagte ein Sprecher. Namentlich werden in dem Song etwa Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der ehemalige FDP-Bundestagsabgeordnete Serkan Tören genannt.

Beide hatten im Sommer Anzeige erstattet. Außer ihnen werden im Lied auch der Comedian Oliver Pocher und die Grünen-Chefin Claudia Roth namentlich genannt und angegriffen. Die Berliner Justiz ermittelt noch in anderen Fällen gegen Bushido, etwa wegen Steuerhinterziehung. Dazu äußerte sich Bushido bislang nicht.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte den Song stark kritisiert: Der Text von "Stress ohne Grund" wirke verrohend, reize zu Gewalttätigkeiten und diskriminiere Frauen sowie Homosexuelle, so die Begründung des im Juli indizierten Songs.

Ende Juli waren die Büroräume von Bushidos Berliner Plattenlabel im Auftrag der Staatsanwaltschaft von der Polizei durchsucht worden. Ziel der Razzia sei es gewesen, Beweismittel unter anderem zur Entstehungsgeschichte des auf dem Index stehenden Titels sowie zu den Vertriebswegen und bereits erzielten Einnahmen zu finden.

Drei von Bushidos Alben stehen bereits auf dem Index. Zudem sorgte er in jüngerer Zeit auch mit fragwürdigen Geschäftsbeziehungen für Aufsehen.

kha/dpa
Mehr lesen über Verwandte Artikel