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Popstar-Interviews: "Du bist so böse zu mir"

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Gescheiterte Pop-Interviews "Sind das Ihre Fragen?"

Interviews mit Musikern gehen oft nach hinten los. Selbst Popstars, die sich gegenseitig befragen, fallen übereinander her. Das Magazin "New Musical Express" hat nun prominente Beispiele zusammengetragen - eine kurzweilige Sammlung.

Für Musikjournalisten waren Interviews mit Lou Reed immer eine besondere Herausforderung: Der New Yorker Rocker liebte es, seinen Gesprächspartnern zu vermitteln, wie überflüssig ihr Versuch sei, ihm Informationen zu entlocken. Gerne blaffte Reed Journalisten an: "Was für eine idiotische Frage!" Oder er schaute kurz nach Gesprächsbeginn demonstrativ auf seine Uhr.

Auch Musikerkollegen ging Reed scharf an. So berichtete Albert Hammond Jr., Gitarrist der Strokes, einmal davon, was die Band bei einer Signierstunde von Reed erlebte. Sie war geschlossen erschienen, um sich dem Meister vorzustellen: "Wir sind The Strokes und kommen auch aus New York." Reed entgegnete: "Na, und? Ist das mein Problem?"

Auf die Frage, warum er in Gesprächen so harsch auftrete, antwortete Reed: "Jedes Gespräch ist ein Kampf!" Und lächelte. Noch brutaler sind wohl nur Gespräche, die vor laufender Kamera entgleisen. Dank YouTube sind sie heute für die Ewigkeit konserviert.

Implodierte Dialoge

Siebzehn großartige Beispiele für TV-Interviews, die nach hinten losgingen, haben die Macher des "New Musical Express" ("NME") hier  gesammelt. Es sind gescheiterte Gespräche von Journalisten mit Musikern, aber auch implodierte Dialoge von Musikern untereinander. So wie der Versuch des jungen Smashing-Pumpkins-Chefs Billy Corgan, dem Grummler Nick Cave ein paar banale Fragen zu stellen. "Sind das tatsächlich Ihre Fragen", fragt Cave zurück, "oder hat die jemand für Sie aufgeschrieben?"

Herrlich ist auch das Aufeinandertreffen einer derangierten Courtney Love mit einer kampfbereiten Madonna beim Musiksender MTV: "Du bist so böse zu mir", wirft Love der Queen of Pop vor. Dazu kommen Klassiker der Popkultur, etwa der gescheiterte Versuch eines "Time"-Journalisten, Bob Dylan zu befragen. Oder der legendäre Auftritt der Sex Pistols in der TV-Show von Bill Grundy: "Fucking Rotter!"

Ebenso vertreten ist das berühmt-berüchtigte Treffen von Serge Gainsbourg und Whitney Houston bei einer französischen Talkshow, das sich allein wegen des erstarrten Gesichts der Amerikanerin lohnt, nachdem der Franzose klargestellt hat: "I want to fuck her!"

Und natürlich thront über der feinen Sammlung des "NME" Lou Reed, als Foto. Wer auch sonst?

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