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27. Januar 2014, 06:39 Uhr

Wichtigste Musikpreise

Daft Punk triumphieren bei Grammy-Gala 

"Die Roboter möchten sich bedanken": Das französische Elektro-Duo Daft Punk räumt bei den Grammy Awards fünf Preise ab, darunter die für das Album und die Single des Jahres. Der neuseeländischen Newcomerin Lorde gelingt ein Achtungserfolg.

Los Angeles/Hamburg - Riesenerfolg für Daft Punk bei den Grammys: Das französische Elektropop-Duo holte bei der Verleihung der begehrten US-Musikpreise am Sonntagabend (Ortszeit) in Los Angeles mit seiner Platte "Random Access Memories" die Trophäe für das beste Album des Jahres. Zuvor waren die beiden Franzosen für das Lied "Get Lucky" gemeinsam mit Pharrell Williams und Nile Rodgers in den Kategorien "Beste Single des Jahres" und "Beste Popdarbietung eines Duos/einer Gruppe" ausgezeichnet worden.

Hinter Daft Punk verbergen sich Guy-Manuel de Homem-Christo und Thomas Bangalter, die sich bei ihren Auftritten immer nur mit Roboterhelmen zeigen. Auch bei der Musikpreis-Gala im Staples Center versteckten die Musiker ihre Gesichter hinter Helmen und holten sich die Trophäen schweigend ab. "Die Roboter möchten sich bedanken", scherzte Pharrell Williams bei der Entgegennahme der Trophäe für die Single des Jahres. "Ich wette, dass Frankreich gerade richtig stolz auf diese Jungs ist."

Im Wettbewerb um die beste Single des Jahres setzte sich "Get Lucky" gegen "Radioactive" von der amerikanischen Rockband Imagine Dragons, "Locked Out Of Heaven" von R&B-Sänger Bruno Mars, "Blurred Lines" von Robin Thicke und "Royals" von Lorde durch. Doch die erst 17-jährige Neuseeländerin Ella Maria Lani Yelich-O'Connor, die sich hinter dem Pseudonym Lorde verbirgt, konnte trotzdem zufrieden mit dem Abend sein: Sie gewann den Preis für den Song des Jahres und für die beste Solo-Performance im Pop-Bereich.

Bei der Auszeichnung für das Top-Album schlugen Daft Punk die US-Popsängerin Sara Bareilles ("The Blessed Unrest"), den US-Rapper Kendrick Lamar ("Good Kid, M.A.A.D City"), das Rapper-Duo Macklemore & Ryan Lewis ("The Heist") und Taylor Swift ("Red") aus dem Feld. Für Swift war es eine enttäuschende Nacht: In keiner der vier Kategorien, in denen sie nominiert war, gewann die Country-Popsängerin.

Vier Preise für Macklemore & Ryan Lewis

Bereits vor der Gala waren zwei Grammys für die Daft-Punk-Platte "Random Access Memories" bekannt gegeben worden, und zwar in den Kategorien "Bestes Dance-/Electronica-Album" und "Beste Abmischung eines Albums". Die Grammys, die in diesem Jahr zum 56. Mal vergeben wurden, gelten als wichtigste Musikpreise der Welt. Über die Gewinner in den insgesamt 82 Kategorien entscheiden Musikexperten aus der Branche.

Ein weiteres Duo räumte ebenfalls groß ab: Die Rapper Macklemore & Ryan Lewis konnten vier Preise einheimsen, darunter den als "Beste Neue Künstler". Außerdem gewann das Duo in den Rap-Unterkategorien die Preise für das beste Album, den besten Song ("Thrift Shop") und für die beste Performance. Macklemore & Ryan Lewis feierten bei der Gala einen umjubelten Auftritt gemeinsam mit Pop-Diva Madonna und den Sängerinnen Mary Lambert und Queen Latifah. Während des Songs wurden vor laufenden Kameras bei einer Massenhochzeit 33 hetero- und homosexuelle Liebespaare getraut.

Auch Künstler aus Deutschland wurden prämiert, wenn auch nicht im Rahmen der im Fernsehen übertragenen Gala der Hauptpreise. Dennoch dürfte sich der Dirigent Christoph Eschenbach freuen, der mit dem NDR-Sinfonieorchester in der Sparte "Bestes klassisches Sammelprogramm" für die Aufnahme "Hindemith: Violinkonzert - Symphonic Metamorphosis - Konzertmusik" ausgezeichnet wurde. Aus Kaiserslautern stammt der russisch-deutsche Elektro-Musiker Zedd, der mit dem Song "Clarity" den Preis für die beste Dance-Aufnahme gewann.

Mit dem Pacific Mambo Orchestra konnte sich auch der Schwarzwälder Steffen Kühn über einen Grammy freuen. Der in Kirchzarten aufgewachsene Trompeter sagte der "Badischen Zeitung" zufolge in seiner Dankesrede: "Eine Mexikaner und ein Deutscher gewinnen in der Kategorie 'Best Tropical Latin Album' - das ist doch, worum es in der Musik geht. Sie kennt kein Land, keine Rasse, kein Geschlecht"

Die deutschen Elektro-Pioniere Kraftwerk gehörten zu den Künstlern, die in diesem Jahr einen Ehrengrammy für ihr Lebenswerk erhielten. Kraftwerk seien "eindeutig ihrer Zeit voraus" gewesen, hieß es in der bereits im Dezember veröffentlichten Erklärung der Recording Academy, die hinter den Musikpreisen steht.

feb/AFP/dpa

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