Grammy-Nominierungen Mariah voll der Gnade

Tonangebend war sie eigentlich schon lang nicht mehr: Mariah Carey, Amerikas peinlichste Glitzerpop-Queen, versank Ende der Neunziger im Skandalsumpf. Doch nach ihrem gefeierten neuen Album ist jetzt das Comeback mit acht Grammy-Nominierungen komplett.


Ende der Neunziger fiel sie in Ungnade: Mariah Carey, die ehemalige Kellnerin mit der Fünf-Oktaven-Stimme, von Columbia-Labelchef Tommy D. Mottola zum Superstar aufgebaut (und geheiratet), nach mehreren Flops bei der Plattenfirma rausgeschmissen und - nach ihrem peinlichen Leinwand-Debüt "Glitter", das ausgerechnet am 11. September 2001 erschien - vollends aus dem popkulturellen Bewusstsein gestrichen.

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Mariah Carey: Mimis großes Comeback

Doch letztes Jahr kehrte sie zurück, nicht wie in den Jahren zuvor mit Skandalen und Zusammenbrüchen, sondern mit einem exzellenten Album, das bewies, dass sie noch immer eine der First Ladys des R&B sein kann. "The Emancipation of Mimi" ist der etwas kapriziöse Titel der Platte; von was sich die blondmähnige Schöne genau emanzipieren wollte, blieb zwar unklar - fest steht jedoch jetzt, dass die amerikanische Musikindustrie der Sängerin die höchsten Weihen angedeihen lassen will.

Für acht Grammys, die Pop-Oscars der Branche, wurde Careys Album nominiert (alle Nominierungen). "Das ist unglaublich", sagte die Sängerin unmittelbar nach der Nominierungszeremonie. "Es war aber auch ein unglaubliches Jahr." Nicht unglaublich, sondern höchst plausibel sind hingegen die weiteren Nominierungen, die vor allem eines abbilden: die kreative und wirtschaftliche Dominanz von R&B und HipHop im Popgeschäft.

Acht Nominierungen für Soulsänger John Legend, ebenfalls acht für den Rapper und Produzenten Kanye West, jeweils sechs für 50 Cent, Beyoncé und Stevie Wonder, dazu beste Aussichten für Gwen Stefani und Ciara: Die Verteilung zeigt, dass der so genannte Urban-Sound, also die Allianz aus Soul, Rap und Pop den Ton angeben.

Zwar wurden auch Green Day, Paul McCartney, Bruce Springsteen und U2 in einzelnen Kategorien benannt, insgesamt aber gilt für die diesjährigen Grammys und Urban, was Carey in ihrem letzten Hit versprach: "We Belong Together."



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