Grammy-Verleihung Jackson sagt ab

Die Grammy-Verleihung wird ohne den "King of Pop" stattfinden: Michael Jackson hat überraschend seinen Auftritt abgesagt.


Michael Jackson: Wenigstens im Publikum mit von der Partie?
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Michael Jackson: Wenigstens im Publikum mit von der Partie?

Los Angeles - Nachdem der "King of Pop" bereits seinen Auftritt bei den im Januar verliehenen American Music Awards abgesagt hatte, wird er auch nicht am Donnerstag bei der Konkurrenzveranstaltung, der Grammy-Verleihung, auftreten. Die Gründe kenne er nicht, sagte ein Sprecher der Veranstalter am Dienstag. Er wisse auch nicht, ob Jackson seine Zusage zurückgezogen habe oder ob er möglicherweise ausgeladen worden sei.

Unklar blieb zunächst auch, ob Jackson in der Nacht zum Donnerstag die Grammy-Preisverleihung wenigstens als einer der zahlreichen Star-Gäste im Saal verfolgen wird. Er ist mit seinem nur mäßig erfolgreichen Titel "You Rock My World" in der Kategorie "Beste Pop-Gesangsdarbietung" nominiert.

Bono von U2: Nominiert für acht Grammys
DPA

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Der Absage war ein heftiger Streit zwischen den Veranstaltern der American Music Awards (AMA) und der National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS) voraus gegangen. AMA-Produzent Dick Clark hatte die NARAS auf umgerechnet 11,5 Millionen Euro verklagt. Er warf NARAS-Chef Michael Green vor, Jackson und andere Stars vom Erscheinen bei den Music Awards abhalten zu wollen, indem er sie vor die Alternative stelle: Sie sollten entweder bei den AMAs oder bei der mit mehr Prestige verbundenen Grammy-Gala auftreten dürfen. Der Konkurenzkampf zwischen den beiden Preisverleihungen hatte mit der Verlegung der AMA in den Januar, also einen Monat vor den Grammy, begonnen.

Bei der AMA-Verleihung im Vormonat hatte Jackson sich für die Sonderauszeichnung "Künstler des Jahrhunderts" mit einem Erscheinen auf der Bühne bedankt, ohne jedoch zu singen. Es wurden lediglich Ausschnitte aus Videos gezeigt. Damit hatte Jackson versucht, einen Kompromiss zwischen den beiden Veranstaltungen zu finden: Video bei der einen, Live-Auftritt bei der anderen. Diese Taktik ist nun offensichtlich gescheitert.

Deutliche Unterschiede zwischen den beiden Veranstaltungen treten auch im Hinblick auf die geehrten Künstler auf. Während bei den Music Awards Lenny Kravitz, 'NSYNC und Janet Jackson die großen Gewinner waren, dürften diese bei der Grammy-Verleihung eher chancenlos bleiben. Als Favoriten für einen Grammy gelten in diesem Jahr U2 (nominiert in acht Kategorien), India Arie (sieben Kategorien), der R&B-Star Alicia Keys und der Dirigent Pierre Boulez mit jeweils sechs Nominierungen.

Noch nicht einmal bei den sogenannten "Gift Bags", die Prominente als Dankeschön für ihr Kommen erhalten, gibt es Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Veranstaltungen. Während sich die Gäste der AMA mit Jahresgutscheinen für eine kalifornische Fast-Food-Kette begnügen mussten, verschenken die Grammy-Organisatoren "Gift Bags" im Wert von teilweise über 20.000 Dollar. Man ist halt wer - und seine Gäste auch.



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