Grand Prix in Estland Vier Minister für ein Schlagerfest

Die Ausrichtung des Grand Prix Eurovision 2002 wird in Estland zur staatstragenden Angelegenheit: Die baltische Republik stellt für die Organisation des Festivals mindestens vier Minister bereit.


Strahlende Sieger: Tanel Padar (r.) und Dave Benton gewannen überraschend den Schlager-Grand-Prix
DPA

Strahlende Sieger: Tanel Padar (r.) und Dave Benton gewannen überraschend den Schlager-Grand-Prix

Tallinn - Die frohe Botschaft für alle Musikfreunde, die schon fürchteten, Estland würde unter dem finanziellen und organisatorischen Druck der Ausrichtung kapitulieren müssen, verkündete Ave Raudme, Sprecherin des estnischen Rundfunk- und Fernsehrats, am Dienstag in der estnischen Hauptstadt Tallinn. Außenminister Toomas Ilves führe die "illustre Schar" der unterstützenden Minister an, drei weitere Kabinettsmitglieder hätten bereits zugesagt, im Organisationskomitee mitzuarbeiten. Nur so könne ein reibungsloser Ablauf garantiert werden, sagte Raudme.

Finanzminister Siim Kallas werde sich um staatliche Zuschüsse kümmern, Innenminister Tarmo Loodus die Sicherheit der Gäste überwachen und Kulturministerin Signe Kivi das Begleitprogramm koordinieren, sagte Raudme. Im 13-köpfigen Organisationskomitee befinden sich weiterhin der Bürgermeister der Hauptstadt Tallinn, Tonis Palts, sowie Fernseh- und Radio-Direktoren. Das Gremium soll bis Ende des Monats erstmals zusammenkommen.

Das estnische Sänger-Duo Tanel Padar und Dave Benton hatte am 12. Mai in Kopenhagen den Grand Prix der Eurovision gewonnen und damit das Festival erstmals in einen osteuropäischen Reformstaat geholt. "Jetzt klopfen wir nicht nur an die europäische Tür, jetzt treten wir singend ein", sagte der estnische Premierminister Mart Laar nach dem Überraschungssieg. In Estland hofft man nun, mit einem rauschenden Fest den kleinen baltischen Staat bekannter zu machen. Üblicherweise verfolgen mehr als 100 Millionen Fernsehzuschauer in ganz Europa das Spektakel live.



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