Grand-Prix-Vorentscheid Dittsche und Co reiten nach Athen

Die Band Texas Lightning von Komiker Olli "Ditsche" Dittrich wird Deutschland beim diesjährigen Eurovision Song Contest in Athen vertreten. Mit ihrem Cowboy-Sound setzte sie sich gegen ihre nur zwei Konkurrenten durch.


Hamburg - Beim nationalen Vorentscheid gewann die fünfköpfige Formation Texas Lightning heute Abend mit dem Song "No, no, never" gegen ihre Mitbewerber Thomas Anders und Vicky Leandros. Bei der Gala in Hamburg hatten die drei Bands ihre englischen Songs präsentiert. Leandros bewarb sich mit "Don't Break My Heart", Anders mit dem Lied "Songs That Live Forever".

Die Fernsehzuschauer der von Thomas Hermanns moderierten Gala im Deutschen Schauspielhaus entschieden per Telefon und SMS, wer das begehrte Ticket nach Athen bekommen sollte. In der griechischen Hauptstadt findet am 20. Mai das Finale des Eurovision Song Contest statt.

Die drei Kandidaten präsentierten sich allesamt in guter Form und gaben sich weder stimmlich noch im Auftreten eine Blöße - ein deutlicher Unterschied zu früheren Vorentscheiden, bei denen Vertreter der Spaßfraktion wie Big-Brother-Kandidat Zlatko oder Modemacher Rudolph Moshammer durch wenig stimmliche Begabung aufgefallen waren.

"Grande Dame" Leandros trat zu ihrer Ballade "Don't Break My Heart" im roten Abendkleid mit hohem Beinschlitz auf die Bühne, Texas Lightning sangen vor erleuchteten Plastik-Kakteen ihr Siegerlied, und Anders saß zu seiner Hymne "Songs That Live Forever" am weißen Klavier. Dabei meisterte der Ex-Modern-Talking-Sänger souverän eine technische Panne zu Beginn seines Auftritts: Als der Strom ausblieb, musste er drei Mal ansetzen, bis es endlich klappte.

Neben dem Wettbewerbssong präsentierten die Konkurrenten auch jeweils eine Coverversion eines alten Grand-Prix-Titels. Leandros, die bereits zwei Mal für Luxemburg beim Grand Prix dabei gewesen war, hatte sich für ihren Siegertitel von 1972, "Aprés toi", entschieden, Texas Lightning für ABBAs "Waterloo" (1974) und Anders für Domenico Mudugnos "Volare" (1958).

Im vergangenen Jahr war die deutsche Teilnehmerin Gracia beim internationalen Finale in Kiew mit ihrem Rocksong "Run and Hide" abgeschlagen auf dem letzten Platz gelandet. Daraufhin reduzierte der für das ARD-Event zuständige Norddeutsche Rundfunk die Zahl der Kandidaten auf drei und schickte nur als erfahren geltende Sänger, keine Debütanten mehr ins Rennen. Erstmals sangen heute zudem alle Bewerber auf Englisch.

har/AP/afp/dpa



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