Pläne für Hamburgs Hafen Dockville muss raus aus der Stadt

Populär, renommiert - und bald heimatlos: Das Musikfestival Dockville braucht wohl einen neuen Standort. Das derzeitige Gelände untersteht der Hamburg Port Authority - und die will bauen. Die Festivalmacher denken über einen Umzug nach Schleswig-Holstein nach.

Das Dockville in Hamburg-Wilhelmsburg: Alleinstellungsmerkmal Großstadtfestival
DPA

Das Dockville in Hamburg-Wilhelmsburg: Alleinstellungsmerkmal Großstadtfestival


Hamburg - Die bislang genutzte Fläche im Stadtteil Wilhelmsburg wird ab 2014 von der Hamburg Port Authority (HPA) "hafenbezogen" genutzt werden, wie ein Sprecher der Bürgerschaftsfraktion der Grünen am Donnerstag erklärte. Am Mittwoch hatten die Grünen eine Antwort auf eine Kleine Schriftliche Anfrage erhalten. Darin erklärt der SPD-geführte Hamburger Senat, dass eine neue Nutzung geplant ist. Zuvor soll das Festivalgelände für etwa 20 Millionen Euro saniert werden.

Dockville-Sprecher Jean Rehders bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass der Platz für die Camper - "das wirtschaftliche Rückgrat des Festivals" - von der städtischen Hafengesellschaft beansprucht werde. Andere Standorte habe man trotz intensiver Suche und Prüfung nicht gefunden. "Wir verhandeln seit über einem Jahr - ohne Ergebnis. Es liegt keine realistische Alternative vor", sagte Rehders und widersprach damit der Senatsauskunft, dass "derzeit verschiedene Flächen außerhalb des Hafengebiets auf den Elbinseln" geprüft werden.

Positiver Imagefaktor - trotzdem muss das Dockville weichen

Die Festivalmacher haben bereits neue Standorte im Raum Schleswig-Holstein ins Auge gefasst, wollen aber so lange wie möglich in Hamburg-Wilhelmsburg bleiben. "Das Großstädtische ist ja das Alleinstellungsmerkmal des Dockville", so Rehders. Das sieht man bei der Stadt Hamburg zwar eigentlich auch so: "Das Dockville-Festival hat einen positiven Einfluss auf das Image Hamburgs als lebenswerte Metropole mit pulsierenden Szenen und einer vielfältigen und kreativen Musikszene", heißt es in der Senatsantwort. Nichtsdestotrotz könne das Gelände "dem Dockville Festival nur 2012 zur Verfügung gestellt werden".

Beim Festivalteam hofft man dennoch, dass die Hamburg Port Authority einen alternativen Standort für die Hafenerweiterung prüft - oder dass es zumindest einen Aufschub gibt. "Eine Zusage über zwei oder drei Jahre würde uns auch schon helfen", so Rehders.

2012 findet das MS Dockville Festival vom 10. bis 12. August zum sechsten Mal in der Hansestadt statt, mit Auftritten von mehr als 120 Bands. Neben dem Festivalwochenende gibt es diverse andere Veranstaltungen im Rahmen des Dockville - darunter das Kinderfreizeitcamp Lüttville oder das Kunstcamp, das am Donnerstagabend eröffnet wird.

twi/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
neurobi 27.07.2012
1.
Zitat von sysopDPAPopulär, renommiert - und bald heimatlos: Das Musikfestival Dockville braucht wohl einen neuen Standort. Das derzeitige Gelände untersteht der Hamburg Port Authority - und die will bauen. Die Festivalmacher denken über einen Umzug nach Schleswig-Holstein nach. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,846563,00.html
Dockville gehört zu Wilhelmsburg und nirgentwo anders hin. Man sollte das Gelände aus der Hafenplannung herausnehmen, ansonsten sind ja auch die Investitonen im Rahmen der IGS 2013 dort rausgeschmissenes Geld. Bevor man darüber nachdenkt, dort Logistikflächen bereitzustellen sollte man erst die anderen Flächen in der Umgebung nutzen.
bicyclerepairmen 27.07.2012
2. Passt !
Zitat von sysopDPAPopulär, renommiert - und bald heimatlos: Das Musikfestival Dockville braucht wohl einen neuen Standort. Das derzeitige Gelände untersteht der Hamburg Port Authority - und die will bauen. Die Festivalmacher denken über einen Umzug nach Schleswig-Holstein nach. http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,846563,00.html
Die "ehrbaren" Hamburger Kaufleute, vulgo die Pfeffersäcke haben es nie verstanden. Aber warum auch, für die ist Kultur eine 1/2 Milliarde = EP= am "tollen" Design einen runterholen = Pseudotourimagnet. Alles für die Kassen der lokalen Highperformer, nix für den Pöbel.
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