Nach Konzertabbruch in Augsburg Veranstalter droht Helge Schneider mit juristischen Folgen

Muss Helge Schneider Schadensersatz zahlen, weil er bei einem Auftritt nach einer halben Stunde die Bühne verlassen hat? Der Veranstalter erwägt rechtliche Schritte – der Entertainer erklärt sich unterdessen in einem Video.
Helge Schneider während eines Auftrittes in Dresden: »Ich will kein Scheißkonzert geben«

Helge Schneider während eines Auftrittes in Dresden: »Ich will kein Scheißkonzert geben«

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Andreas Weihs / imago images/Andreas Weihs

Helge Schneider hat am Freitagabend in Augsburg ein Konzert nach nur rund einer halben Stunde abgebrochen. Offenbar fühlte sich der Komiker und Kabarettist von dem Konzept des Strandkorb Open Air gestört, unter anderem habe er »keinen Kontakt« zum Publikum aufbauen können, wie Schneider noch auf der Bühne mitteilte. »Vielleicht könnt ihr euer Geld wiederkriegen«, sagte er ans Publikum gerichtet – und rief damit den Veranstalter auf den Plan. Dieser hat nun einen Anwalt eingeschaltet. Das sagte die Sprecherin des Unternehmens für die Festivalreihe in Augsburg und Rosenheim, Birgit Gibson, der Nachrichtenagentur dpa. Nun werde geprüft, ob Schneider Schadensersatz leisten müsse.

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Schneider sollte am Freitagabend ein Konzert beim Strandkorb Open Air in Augsburg geben, einem Festivalformat, bei dem Strandkörbe einen coronakonformen Abstand zwischen den Gästen garantieren sollen und wo sie am Platz mit Getränken versorgt werden. Knapp 30 Minuten nachdem er die Bühne betreten hatte, wollte der Entertainer diese schon wieder verlassen. »Ich breche die Strandkorb-Konzerte an dieser Stelle ab. Es tut mir sehr leid«, hört man Schneider in einem Video sagen.

»Ich will ja auch Leute begeistern«

Schneider legte nach: »Das macht wirklich keinen Spaß. Man kriegt keinerlei Kontakt zum Publikum, hier laufen auch andauernd Leute rum. Bitte habt Verständnis dafür – ich als Künstler kann unter diesen Umständen überhaupt nichts mehr machen.«

Und dann folgt einen Satz, über den seitdem in den sozialen Medien viel spekuliert wird, was er genau meint: »Das System ist einfach fadenscheinig und dumm.« Einige haben den Musiker daraufhin in die Nähe von Querdenkern gerückt, während andere den Sänger verteidigen: Mit »System« sei klar die Art und Weise der Open-Air-Veranstaltung gemeint. Der Comedian und Autor Torsten Sträter wiederum schrieb auf Twitter: »Weisste: n halbes Helge Schneider-Konzert ist besser als nix!«.

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In einem Video, das auf Helge Schneiders offiziellen Social-Media Accounts zu sehen ist, erklärt der Sänger, Komiker und Kabarettist selbst noch mal, warum er das Konzert abgebrochen haben. Er hätte nicht gewusst, dass es sich um die Mitarbeiter der Gastronomie handeln würde; das hätte er erst danach verstanden. Er habe sich abgelenkt gefühlt und hätte so nicht die Konzentration lange halten können. »Ich will kein Scheißkonzert geben, … ich will ja auch Leute begeistern. Das ist mir gestern leider nicht gelungen«, sagt er und spielt ein kleines Dankeschön auf seiner Gitarre für alle Menschen, die verstanden hätten, wieso er das Konzert abgebrochen habe.

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Die Sprecherin des Veranstalters sieht das offenbar anders »Das Konzept ist jedem Künstler vorher bekannt«, sagte Gibson. Schneider sei zudem schon bei dem Festival in Wiesbaden aufgetreten. Ein Versuch des Veranstalters, mit dem 65-Jährigen nach dem abrupten Abbruch seiner Show zu sprechen, sei an dem Abend gescheitert. Man hätte sogar das Bewirten eingestellt, wenn Schneider weitergemacht hätte, sagte Gibson. Bislang warte der Veranstalter auf eine Stellungnahme des Entertainers, unter anderem dazu, wie es nun weitergehen soll. »Er war für acht Shows gebucht.« Sechs Auftritte stehen also noch aus.

ipp/dpa
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