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Spielte auf »Walk on the Wild Side« Bassist Herbie Flowers ist tot

Herbie Flowers spielte für David Bowie, T. Rex und Serge Gainsbourg. Sein Basslauf zu dem Lou-Reed-Klassiker »Walk on the Wild Side« wurde oft zitiert. Nun ist der Rockbassist gestorben.
Bassist Flowers: »Schöne Seele und sehr lustiger Mann«

Bassist Flowers: »Schöne Seele und sehr lustiger Mann«

Foto: Brian O'Connor / Heritage Images / picture alliance / dpa

Bassisten stehen im Ruf, die zurückhaltenden Teamplayer in der Rockmusik zu sein. Nur selten ist es ein Basslauf, der zum prägenden Element eines Songs wird. Wahrscheinlich lässt sich darüber streiten, ob bei »Walk on the Wild Side« nicht auch der Chor der Hintergrundsängerinnen oder Lou Reeds lässiger Erzählgesang prägend sind – doch schon die ersten, auf dem Bass gespielten Töne lösen einen großen Wiedererkennungseffekt aus.

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David Bowie, mit dem Herbie Flowers zuvor schon mehrfach zusammengearbeitet hatte, engagierte ihn 1972 für die Aufnahmesessions zu Reeds zweitem Soloalbum »Transformer«. Die Melodie zu »Walk on the Wild Side« spielte Flowers mit den Fingern auf dem Kontrabass und kombinierte sie mit einer zehn Tönen höher gelegten Version auf dem E-Bass, wie er in der BBC-Sendung »One Show« 2010 erzählte.

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Der Basslauf wurde mehrfach gesampelt oder nachgespielt, besonders prominent 1990 von A Tribe Called Quest beim Song »Can I Kick It?«  und ein Jahr später von Mark Wahlbergs Hip-Hop-Gruppe Marky Mark and the Funky Bunch in deren Hit »Wildside« .

Herbie Flowers, 1938 im englischen Isleworth geboren, erhielt seine musikalische Ausbildung bei der Royal Air Force, wo er zunächst in der Militärkapelle die Tuba spielte. Mehr Nachfrage im zivilen Leben gab es für sein Zweitinstrument, den Bass. Er spielte in Dixieland-Bands und auf dem Ozeandampfer »Queen Elizabeth«, bevor er als Mitglied der Popgruppe Blue Mink mit dem Song »Melting Pot«  in die Charts kam. Als Komponist des Spaßliedes »Grandad«  für den Schauspieler Clive Dunn kam er sogar auf Platz eins der britischen Hitparade.

Doch vor allem erwarb sich Flowers einen sehr guten Ruf als Studiomusiker. Zu hören ist sein Bassspiel etwa auf den Hits »Space Oddity« und »Rebel Rebel« von David Bowie, den Elton-John-Alben »Tumbleweed Connection« und »Madman Across the Water«, auf Bryan Ferrys »The Bride Stripped Bare«, Paul McCartneys »Give My Regards To Broad Street«, David Essex' Hit »Rock On « und auf Serge Gainsbourgs berühmtestem Album »Histoire de Melody Nelson«.

1975 veröffentlichte Herbie Flowers sein erstes Soloalbum, »Plant Life«, kurz darauf trat er der Band von Marc Bolan, T. Rex, bei und spielte auf deren letztem Album »Dandy in the Underworld«, das erschien, bevor Bolan 1977 bei einem Autounfall ums Leben kam. Zwischen 1978 und 1995 war Flowers Mitglied der Band Sky, die Rock mit Klassik- und Jazzelementen verknüpfte. Ihren größten Erfolg in Deutschland hatten Sky 1980 mit »Toccata«, ihrer Version von Johann Sebastians Orgelwerk »Toccata und Fuge d-Moll BWV 565«.

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In späteren Jahren gab Herbie Flowers sein Wissen übers Bassspielen weiter, in Schulen und auch bei Showauftritten wie etwa in der Reihe »Ein Hit ist ein Hit«, in deren Rahmen Flowers 2014 im Berliner Kaffee Burger auftrat.

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Am Samstag bestätigte seine Familie auf Facebook, dass Herbie Flowers im Alter von 86 Jahren gestorben ist. Die Nachlassverwalter von David Bowie erinnerten an »seine unglaubliche Arbeit als Musiker über mehrere Jahrzehnte«. Darüber hinaus werde man aber auch »eine schöne Seele und einen sehr lustigen Mann« vermissen. Tim Burgess, der Sänger der englischen Band The Charlatans, brachte auf X  Flowers’ Wirken so auf den Punkt: »Er ließ die Großen großartiger klingen«.

feb/AP