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Dave Brubeck: Trauer um die Jazzlegende

Foto: Alex Brandon/ AP

Herzversagen Jazz-Legende Dave Brubeck ist tot

Er war einer der größten Jazzmusiker, jetzt ist Dave Brubeck im Alter von 91 Jahren verstorben. Seine Platte "Time Out" machte ihn vor fünf Jahrzehnten zur Legende, 1996 erhielt er den Grammy für sein Lebenswerk.

Hartford/Hamburg - Einer der bekanntesten Jazzkomponisten des 20. Jahrhunderts ist tot: Dave Brubeck ist am Mittwochmorgen, einen Tag vor seinem 92. Geburtstag, verstorben. Er erlag einem Herzversagen.

Brubecks Karriere begann nach dem Zweiten Weltkrieg. 1951 gründete der Sohn eines Viehzüchters aus Kalifornien das Dave Brubeck Quartet, schon drei Jahre später schaffte er es als erster Jazzmusiker auf das Cover des "Time"-Magazine. Sein Album "Time Out", das 1959 herauskam, war die erste Jazzplatte weltweit, von der mehr als eine Million Exemplare verkauft wurden. 1996 erhielt er den Grammy für sein Lebenswerk.

Zum großen Markenzeichen des Dave Brubeck Quartets wurden Stücke mit ungeraden Taktarten. Zudem verband er Jazz mit klassischer Konzertmusik. "Mein ganzes Leben wollten mich die Menschen immer in eine Schublade stecken", sagte Brubeck einmal in einem Interview. "Aber Schubladen langweilen mich."

Auftritte an der Berliner Mauer und in Moskau

Besondere Berühmtheit erlangte der Song "Take Five", der im Fünf-Viertel-Takt geschrieben ist. Die Komposition von Brubecks Saxofonisten Paul Desmond mit ihrem markanten Saxophon-Motiv und einem Schlagzeug-Solo im Mittelteil schaffte es bis in die US-Billboard-Charts.

Oft trat Brubeck auch in Deutschland auf: 1961 gab er ein Konzert an der Berliner Mauer. Drei Jahre später reiste er zu den Jazztagen erneut nach Berlin und stellte mehrere Stücke erstmals einem großen Publikum vor. Die Universität Duisburg verlieh ihm später die Ehrendoktorwürde.

Einen seiner wichtigsten Auftritte hatte Brubeck aber in ganz kleinem Rahmen. 1988 spielte er in Moskau während eines Essens, das der damalige US-Präsident Ronald Reagan für Michail Gorbatschow ausrichtete. "Ich verstehe kein Wort Russisch, aber ich verstehe Körpersprache", sagte der Musiker nach dem Konzert. Gorbatschow soll während seines Auftritts mit dem Fuß gewippt haben.

Der experimentierfreudige Pianist Brubeck machte bis ins hohe Alter Musik, noch im vergangenen Jahr trat er öffentlich auf.

syd/AP/dpa
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