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Gestorben Joe Messina, 93

aus DER SPIEGEL 15/2022
Foto:

Brian Rasic / Getty Images

Im alten Gebäude des Plattenlabels Motown in Detroit ist heute ein Museum, das an diese größte Hitfabrik des schwarzen Amerikas erinnert. Und wer hinter dem Mischpult auf den Boden schaut, kann zwei tiefe Dellen sehen. Sie haben die Form von Füßen. Hier trat der Aufnahmeleiter den Rhythmus mit. Es war auch Joe Messinas Rhythmus, der dort ab Anfang der Sechzigerjahre die Rhythmusgitarre spielte: Er war für den Backbeat verantwortlich, den Akkord auf dem zweiten und vierten Schlag jeden Taktes. Eigentlich war Messina Jazzmusiker, einer der wenigen Weißen, die sich in der Detroiter Szene durchsetzen konnten. Doch als Sessionmusiker spielte er in Hunderten von Motown-Stücken – Songs wie »Dancing in the Street« von Martha and the Vandellas lebten von dem Beat, den Messinas Gitarre betonte. Als Motown 1972 Detroit verließ, zog er sich zurück. Erst 2002, als ein Dokumentarfilm die Geschichte der unbekannten Musiker hinter den Welthits erzählte, ging er noch einmal auf Tour. Joe Messina starb am 4. April in der Nähe von Detroit.

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