Urteil im Plagiatsstreit Katy Perry klaute für "Dark Horse" bei christlichem Rap-Song

Nun ist es gerichtlich bestätigt: Katy Perry hat Teile ihres Hits "Dark Horse" aus dem Jahr 2013 von einem Song des christlichen Rappers Flame kopiert.

Katy Perry: Will Flame-Song gar nicht gekannt haben
Lucy Nicholson/ REUTERS

Katy Perry: Will Flame-Song gar nicht gekannt haben


Der Song "Dark Horse" der US-Sängerin Katy Perry ist zumindest in Teilen ein Plagiat. Zu diesem Schluss kam eine Jury in Los Angeles. Demnach benutzte Perry Elemente des Songs "Joyful Noise" des Rap-Musikers Marcus Gray alias Flame aus dem Jahr 2008 für ihren eigenen Song.

Als Nächstes soll das Gericht nun entscheiden, wie viel Schadensersatz die Sängerin, ihre Songwriter und Produzenten dem Urheber zahlen müssen. Gray hatte erstmals 2014 wegen Urheberrechtsverletzung gegen Perry geklagt.

Die US-Sängerin gab während des Prozesses an, bei "Dark Horse" handle es sich um ein komplett eigenständiges Werk. Perry, die in einem Pastorenhaus aufgewachsen ist, sich später aber vom Glauben ihrer Eltern abwandte, sagte vor Gericht aus, sie habe den Song des christlichen Rappers überhaupt nicht gekannt.

Die Anwältin der Künstlerin argumentierte, der elektronische Beat von "Joyful Noise" sei so gewöhnlich, dass er gar nicht unter Urheberrecht stehen könne. Die Anklage und die Jury sehen das anders. Sie verstehen das kopierte Segment des älteren Songs als ein originäres Werk.

cbu/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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starboy 30.07.2019
1. EU und USA
Gestern das Urteil zum Kraftwerk vs Pelham Fall. Und heute sowas und ja es klingt ähnlich aber ich glaube auch nicht daran das es "geklaut" wurde. Auffällig ist natürlich der allererste Satz in beiden Liedern, aber der Rest naja. Schlimmer find ich die, dass ein 0815 Künstler jetzt eventuell eine absurd hohe Entschädigung erhält.
noalk 30.07.2019
2. Da hat Pelham aber Glück gehabt ... noch
Der Streit ist wohl noch nicht beendet. Aber der Unterschied zwischen "Dark Horse" und "Joyful Noise" ist - für meine Ohren - schon vergleichsweise groß, zumindest, was die Intervalle/Akkorde betrifft.
Ventil4tor 30.07.2019
3. Klarer Fall
Auch eine Katy Perry hat sich an das Urheberrecht zu halten. Billige Ausrede und es sei "gewöhnlich". Warum hat sie Gray nicht einfach gefragt? Man kann sich einigen, meistens.
Atömchen 30.07.2019
4.
Das Urteil ist ein Witz. Wer schon mal in einem Tonstudio gearbeitet hat, kann das nicht für ein Plagiat halten. Das sind elektronische Baselines, die durch das Spielen an Reglern entstehen und sehr ähnlich klingen können. Oft hat man am Ende Dutzende Versionen eines Songs, die sich nur minimal in der Baseline-Harmonie unterscheiden (und in der Regel wird dann doch die allererste Version genommen).
moneysac123 30.07.2019
5.
Angesichts der Vielzahl von musikalischen Motiven halte ich das für glaubwürdig, dass sie den Song noch nie bewusst gehört hat (vielleicht aber ihr Songwriter?!). Oft hört man unbewusst und das fließt dann in die eigenen Komposition mit ein, manchmal weiß man gar nicht ob es eine Neukreation ist oder irgendwann, irgendwo unterbewusst gehört wurde. Sage ich als Songwriter.
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