Für 9. November geplantes Konzert Rastatt sagt Kollegah-Auftritt ab

Bereits 2018 war dem Rapper Kollegah Antisemitismus in Texten vorgeworfen worden. In Rastatt sollte er jetzt am Gedenktag an die Pogromnacht auftreten. Die Stadt hat seinen Auftritt nun verhindert.

Kollegah (bei einem Auftritt in Berlin Mitte Oktober)
Frank Hoensch/ Redferns/ Getty Images

Kollegah (bei einem Auftritt in Berlin Mitte Oktober)


Die baden-württembergische Stadt Rastatt hat ein für den 9. November geplantes Konzert des Rappers Kollegah abgesagt. Angesichts der antisemitischen, gewaltverherrlichenden und frauenverachtenden Texte des Künstlers könne Rastatt besonders an diesem sensiblen Tag nicht Veranstaltungsort eines solchen Konzerts werden, sagte der Oberbürgermeister Hans Jürgen Pütsch (CDU) einer Pressemitteilung der Stadt zufolge in einer nicht öffentlichen Gemeinderatsitzung am Donnerstag.

Zeilen wie "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen" hatten dem Gangster-Rapper Kollegah massive Antisemitismusvorwürfe eingebracht, die dieser entschieden zurückwies. In der Folge der Streitigkeiten war 2018 der Musikpreis Echo abgeschafft worden. Am Freitag war Kollegahs Agentur zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Am 9. November wird der Judenpogrome der Nationalsozialisten im November 1938 gedacht. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November wurden damals jüdische Geschäfte verwüstet, Synagogen in Brand gesetzt, Menschen jüdischen Glaubens angegriffen und Hunderte getötet.

Mit Blick auf diesen Gedenktag stimmte der Gemeinderat von Rastatt am Donnerstag mit großer Mehrheit dafür, den städtischen "Eigenbetrieb Kultur und Veranstaltungen" zu beauftragen, das in der Badnerhalle geplante Konzert abzusagen. "Wir alle sind gefordert, hier ein klares Zeichen zu setzen. Denn als aufrechte Demokraten tragen wir Verantwortung, das Erinnern an die Gräueltaten des Naziregimes am 9. November hochzuhalten", sagte Pütsch der Mitteilung zufolge. Der Gemeinderat machte laut Stadt deutlich, dass ein Kollegah-Konzert auch an einem anderen Tag in Rastatt nicht erwünscht ist.

feb/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.