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Foto: Selfmade Records

Charterfolg für Kollegah und Farid Bang Der deutsche Gangster-Rap ist zurück

Cro? Casper? Nö. Das erfolgreichste HipHop-Album der vergangenen fünf Jahre aus Deutschland stammt von Kollegah und Farid Bang. Mit "Jung, brutal, gutaussehend 2" verdrängen die beiden Heino vom Spitzenplatz der deutschen Charts.

Baden-Baden/Hamburg - In den vergangenen Jahren war die meisterzählte Geschichte um den deutschen HipHop, dass der Gangster-Rap tot sei. Doch das war bestenfalls die halbe Wahrheit, wie jetzt klar sein dürfte. Denn Kollegah und Farid Bang verpacken Sex- und Gewaltphantasien in detailreiche Reime - und sie sind damit sehr erfolgreich.

Tatsächlich knüpfen sie sogar kommerziell an die Großzeiten der Gangster-Rapper um das Aggro-Berlin-Label an: Wie Media Control am Dienstag mitteilte, hat sich kein anderes HipHop-Album der vergangenen fünf Jahre in der ersten Woche so häufig verkauft wie "Jung, brutal, gutaussehend 2" von Kollegah und Farid Bang.

Insgesamt 80.000 Exemplare des Albums wurden in den ersten sieben Tagen verkauft, als CD oder als Download. Damit schaffen die Rapper souverän den Sprung auf Platz eins der deutschen Albumcharts. Bushido debütierte 2007 mit "7" zwar stärker, das 105.000-mal vorbestellt wurde. Doch seither haben ja auch HipHop-Acts wie Sido, Casper, Samy Deluxe oder Cro Nummer-eins-Alben gehabt.

Bang wie in "Gangbang"

Wer sind also die Männer hinter "JBG2", wie das Album immer wieder abgekürzt wird? Kollegah heißt eigentlich Felix Blume, ist 28 Jahre alt und im Hunsrück aufgewachsen - als Sohn eines kanadischen Vaters und einer deutschen Mutter. Er studiert nebenbei in Mainz Jura, wird für seine Rap-technischen Fertigkeiten gelobt und mischt gelegentlich auch hochkulturelle Anspielungen  zwischen die Zeilen, in denen er sich ansonsten als Boss und Zuhälter feiert. Farid Hamed El Abdellaoui, 26, hat einen Hauptschulabschluss vorzuweisen. Er stammt aus einer marokkanischen Familie und gibt den Part des authentisch von der Straße Kommenden, der gar nicht anders kann als derbe; das "Bang" in seinem Künstlernamen drückt übrigens eine Vorliebe für Gruppensex aus ("Gangbang").

Das kleine Düsseldorfer Label Selfmade Records - das auch Casper groß machte - schürte die Erwartung auf "JBG2" geschickt, indem es vorab mit Videoschnipseln und ausgekoppelten Songs warb (hier ihr "Dynamit" bei YouTube  - inklusive einem "Head voll Kugeln", "Ghettohuren" und einem "Mordsständer"). Selfmade-Chef Elvir Omerbegovic ist jedenfalls stolz über den Erfolg seiner Schützlinge, "ohne jeglichen TV-Support, Radio-Airplays oder Printartikel". Die "große und treue Fanbase" habe den Erfolg möglich gemacht, so Omerbegovic.

Das kann man vom Vorgänger auf Platz eins der deutschen Albumcharts eher nicht behaupten: Heinos "Mit freundlichen Grüßen" schoss ja auch dank einer massiven Marketingkampagne nach oben.

feb
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