Komponist Mozart Theophilus, nicht Amadeus!

"Rock me, Amadeus!" sang der Poprocker Falco. Amadeus? Wie kam er eigentlich darauf? Genau wie der Rest der Welt durch ein kleines Missverständnis. Ein Wiener Musikprofessor klärte es jetzt auf.


Mozart ist Amadeus, das weiß jeder, der den gleichnamigen Film von Milos Forman und Falcos zughörigen Gassenhauser gehört hat. Nur stimmt es nicht: Wie der Wiener Musikprofessor Gernot Gruber dem Hamburger Magazin "Neon" verraten hat, wurde Mozart vor 250 Jahren auf die Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Von Amadeus keine Rede.

Komponist Mozart: Rock me Theophilus?
DPA

Komponist Mozart: Rock me Theophilus?

Tatsächlich lautet Theophilus auf Französisch Amadé und auf Italienisch Amadeo. Wenn Mozart nach Frankreich oder Italien reiste, nahm er diesen Namen an. Die Erklärung, das Komponistengenie habe sich den Namen zugelegt, um anzudeuten, er sei ein Götterliebling, sei unzulässig, wie Gruber sagt.

Die Götterlieblingsthese allerdings hatte das Zeug zum kulturellen Mythos: Bereits der romantische Dichter E.T.A. Hoffmann, namentlich nur ein simpler Ernst Theodor, taufte sich aus Verehrung für Mozart selber Amadeus - so wurde der Name noch populärer.

Ein Darling der Musen ist der Schöpfer der "Zauberflöte" und des "Requiem" natürlich dennoch gewesen - Amadeus hin, Theophilus her.



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