Latin Grammys Kubanische Protesthymne zum Song des Jahres gekürt

»Patria y Vida«, Vaterland und Leben, sangen im Sommer viele Kubaner bei Protesten gegen die Regierung. Nun wurde der Song bei den Latin Grammys ausgezeichnet. Er ist eine Anspielung auf einen berühmten Ausspruch Fidel Castros.
Sänger Yotuel Romero in Miami (bei einer Solidaritätsveranstaltung für kubanische Demonstranten im Juli)

Sänger Yotuel Romero in Miami (bei einer Solidaritätsveranstaltung für kubanische Demonstranten im Juli)

Foto: Joe Raedle / Getty Images

Das Lied »Patria y Vida« (Vaterland und Leben), eine Hymne der Demos im Juli in Kuba, ist bei den Latin Grammys als Song des Jahres ausgezeichnet worden. »Ich widme diesen Grammy allen lateinamerikanischen Müttern in der Welt, die für den Traum eines jeden Kindes kämpfen (...) und meinem freien Kuba«, sagte Yotuel Romero bei der Verleihung der Musikpreise in Las Vegas in der Nacht zum Freitag. Der Song, eine Koproduktion bekannter kubanischer Musiker wie Descemer Bueno, Yotuel Romero, dem Duo Gente de Zona und dem Rapper Maykel Osorbo, bekam auch den Preis als bester urbaner Song.

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In anderen wichtigen Kategorien wie bestes Album und beste Aufnahme gingen die Preise an den Salsa-Star Rubén Bladés aus Panama (»Salswing!«) und die brasilianische Musiklegende Caetano Veloso und seinen Sohn Tom (»Talvez«).

»Das Volk fordert Freiheit«

Die kubanischen Musiker von »Patria y Vida« stellen ihr Lied gegen das berühmte Zitat »Patria o Muerte« (Vaterland oder Tod) von Revolutionsführer Fidel Castro. Im Lied heißt es weiter: »Keine Lügen mehr. Das Volk fordert Freiheit.« Die Musiker wollen mit dem Lied die Dissidentenbewegung San Isidro aus Intellektuellen und Künstlern unterstützen, die sich seit 2018 gegen die strenge Kontrolle des kulturellen Lebens auf der Karibikinsel richtet. Der Protestsong ist bei YouTube Millionen Mal aufgerufen worden.

»Patria y Vida« wurde auch oft gerufen, als im Juli erstmals seit Jahrzehnten in Kuba wieder Demonstranten in großer Zahl gegen die sozialistische Regierung auf die Straßen gingen. Tausende wurden Berichten zufolge festgenommen.

Eine hohe Präsenz der Sicherheitskräfte verhinderte Anfang der Woche neue Demonstrationen gegen die Regierung in Kuba. Der kubanische Theaterautor und Protestführer Yunior García Aguilera setzte sich daraufhin nach Spanien ab.

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