Legendärer R'n'B-Star Teddy Pendergrass ist tot

Sein Hit "If You Don't Know Me by Now" gehört zu den größten Ohrwürmern der Popgeschichte, er sang mit Whitney Houston und wurde zum Inbegriff des schwarzen Schlafzimmersounds - im Alter von 59 Jahren ist Teddy Pendergrass nun in Philadelphia gestorben.


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Teddy Pendergrass: Seidiger Schlafzimmer-Funk
Hamburg/New York - Der Meister des seidigen Schlafzimmer-Funk ist tot: Teddy Pendergrass starb, wie sein Sohn mitteilte, am Mittwoch in seiner Heimatstadt Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania an Krebs. Er wurde 59 Jahre alt.

Die Karriere von Pendergrass verlief zu Beginn geradezu idealtypisch: Obwohl der damalige Schlagzeuger nur für den erkrankten Sänger der Band Harold Melvin & the Blue Notes einspringen sollte, machten ihn ein paar Auftritte zum Star. Zusammen mit der Band nahm Pendergrass 1972 das wohl bekannteste Stück seiner Karriere auf: "If You Don't Know Me By Now", ein Titel, der später auch von Simply Red gecovert wurde.

1976 verliess Pendergrass die Band und trat fortan solo auf. Er war der erste schwarze Sänger, der mit fünf Alben in Folge einen Platin-Erfolg erzielte. Pendergrass' warme Baritonstimme wurde zu einem Inbegriff verführerisch gemachter Black Music, sein Sound war auf Hochglanz polierter, seidiger Discofunk. Zu seinen Hits gehörten Titel wie "You Can't Hide From Yourself", "I Don't Love You Anymore" und die schwüle Ballade "Close The Door".

Nach einem schweren Unfall mit seinem Rolly-Royce im Jahr 1982 war Pendergrass gelähmt und verbrachte sechs Monate im Krankenhaus. Doch schon im Jahr darauf erschien sein nächstes Album "Love Language".

1985 trat Pendergrass bei einem Live-Aid-Konzert im Rollstuhl auf. Mit seiner "Teddy Pendergrass Alliance" wollte er allen Mut machen, die, wie er, an einer Verletzung der Wirbelsäule litten. Im gleichen Jahr war Pendergrass auf Whitney Houstons Debütalbum in der von Violinen getragenen Powerballade "Hold Me" zu hören.

1999 veröffentlichte Pendergrass seine Autobiografie "Truly Blessed", in den Jahren danach zog er sich mehr und mehr aus dem Musikgeschäft zurück.

sha/dpa/AP



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