Abgehört - neue Musik You want it (noch) darker?

Vor dem posthum veröffentlichten Album von Leonard Cohen muss man sich nicht fürchten, im Gegenteil! Außerdem: Lindemann zum "Ok, Boomer"-Trend, Banales von Beck und mediterrane Milde von den Tindersticks.

Leonard Cohen
Tom Sheehan/ Sony Music

Leonard Cohen

Von , und


Leonard Cohen - "Thanks for the Dance"
(Legacy/Sony, ab 22. November)

Vor posthum veröffentlichten Alben darf man gern erschaudern. Oft nicht so sehr aus Ehrfurcht vor dem verstorbenen Künstler oder der Künstlerin, sondern vor der kommerziellen Leichenfledderei. In letzter Zeit, mit Ausnahme des Michael-Jackson-Nachlasses, wurde jedoch bei der Grabpflege vieles richtig und behutsam gemacht, das gilt für die sorgfältigen Archivhebungen von Jimi Hendrix ebenso wie für die Vault-Begehungen im Prince-Estate.

Auch vor "Thanks for the Dance" muss man, trotz des salopp wirkenden Titels, keine Angst haben. Es ist ein Album, das fast nahtlos an Leonard Cohens letzte zu Lebzeiten veröffentlichte Songsammlung "You Want It Darker" anschließt. Kein Wunder, denn die neun Texte, die hier musikalisch aufbereitet wurden, hatte Cohen noch selbst eingesungen, sie zu vertonen, war ein Auftrag, den er seinem Sohn Adam hinterließ, der bereits die letzten Studioaufnahmen mit seinem an einen orthopädischen Stuhl gefesselten und an Krebs erkrankten Vater produziert hatte.

Einige Monate nach dem Tod Cohens im November 2016 machte sich Adam daran, dem Wunsch seines Vaters zu entsprechen. Es wurde Teil seiner Trauerarbeit und half ihm, sich dem Verstorbenen näher zu fühlen, wie er in einem Interview mit der "Irish Times" sagte. Und natürlich, mutmaßt Cohen Junior, war es auch stets die Arbeit an Songs, Lyrik und Prosa, die Leonard Cohen echten Trost verschaffte, nie die Affären, die Religion oder die Philosophien, mit denen er sich beschäftigte, auseinandersetzte, oft auch quälte.

Leonard Cohen begriff es vielleicht sogar als Auftrag von Gott oder "g-d", wie er diese höhere Instanz in seinen Texten immer schrieb, die dunklen und abseitigen Winkel der menschlichen Existenz aufzusuchen, um dann dem Publikum von seinen Erlebnissen zu berichten. Dabei wurde er nicht unbedingt weise, aber demütig, und das hört man auch in diesen letzten, sehr berührenden Testamenten, die er hinterließ.

Andreas Borcholtes Playlist KW 47
SPIEGEL ONLINE

Playlist auf Spotify

 1 Leonard Cohen: Happens To The Heart

 2 Balbina feat. Ebow: Weit weg

 3 PBDY feat. Salami Rose Joe Louis: Bring Me Down

 4 Friends Of Gas: Kalter Apparat

 5 Wire: Cactused

 6 HAAi: 6666

 7 Moses Sumney: Virile

 8 Grimes: So Heavy I Fell Through The Earth

 9 Le Butcherettes: Tunisia

10 Tindersticks: No Treasure But Hope

Dass er nicht immer auf sein Herz hörte, wenn es brach, sondern stattdessen mit klaffenden Wunden weiterzog, davon erzählen "Happens to the Heart", "Moving On", der Titelsong und auch der säftelnde Groschenroman "The Night of Santiago". "Who's moving on, who's kidding who", sinniert er, nachdenklich über vernarbte Stellen seiner Seele streichelnd. Manchmal sticht es dabei noch ein bisschen, dann wird die Erinnerung bitter wie in "It's Torn". Aber auch wenn Cohen Grundsätzlicheres verhandelt, bleibt der Tonfall seines deutlich brüchigeren, aber immer noch souverän deklamierenden Sprechsingbaritons versöhnlich. Obwohl er längst wusste, dass es mit seiner irdischen Existenz zu Ende geht, schleicht sich keine Bitterkeit oder gar Morbidität in diese Verse, sondern Feierlichkeit: You want it (noch) darker? Aber gern!

Cohens Lust am Storytelling, das ist tröstlich zu spüren, war bis zum Schluss ungebrochen. Vermutlich konnte er schlicht nicht anders. Im Interview mit "New Yorker"-Chefredakteur David Remnick hat er gesagt, dass er zuletzt eine Art göttliche innere Stimme namens Bat Kol vernommen habe, die ihm die Angst genommen habe, auf den letzten Metern noch Unsinn zu schreiben: "Ich habe nicht länger diese Stimme, die mir sagt: You're fucking up. Das ist wirklich ein Segen."

Derart vergewissert, gelang ihm dann sogar die metaphorische Gratwanderung, den Holocaust der Nazis in "Puppets" als vom Schicksal (oder von g-d) orchestrierte Puppenaufstellung zu verarbeiten: "Puppet me and puppet you / Puppet German, puppet Jew". Selbst die letztlich banale, aber auch erleichternde Erkenntnis, dass der Weg des Lebens spannender war als das Ziel, verpackt er in "The Goal" in wirkmächtige Worte aus dem einst besungenen "Tower of Song", in dessen Kammern und Abseiten er sein Leben lang geschuftet, geschwitzt, gekritzelt und geknurrt hat. Und am Ende? War doch alles vergebens, ephemer?

Man solle lieber dem Schmetterling und dem Kolibri zuhören als ihm, winkt er in "Listen to the Hummingbird" zum Abschied. Danke, Mr Cohen, für diesen letzten Tanz.

P.S.: Neben Adam Cohen haben namhafte Popkünstler wie Bryce Dessner (The National), Leslie Feist, Beck, Jennifer Warnes, Damien Rice und Laúd-Spieler Javier Mas an diesem Album mitgewirkt, sie spielen Gitarre, Piano, Orgel oder singen in einem Engelschor. Das Schöne ist, dass sich diese prominenten Gäste in den Dienst von Cohens Stimme stellen, ohne selbst in den Vordergrund zu drängen. Wie wir lauschen sie ein letztes Mal. Ergriffen. (ohne Wertung) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Leonard Cohen
Thanks for the Dance

Label:
COLUMBIA/LEGACY
Preis:
12,99 €

Lindemann - "F & M"
(Vertigo Berlin/Universal, ab 22. November)

Mag man es sich einfach machen mit Till Lindemann, würden wohl zwei Worte reichen, um sein Album "F & M" zu kommentieren: Ok, Boomer. Die Wendung, die gerade durch die sozialen Medien geistert, ist eine Art passiv-aggressive Kampfansage der jüngeren Generationen an die zwischen 1946 und 1970 geborenen "Babyboomer". Ein Ausdruck der Müdigkeit, ein genervtes Abwinken, das neue "Gib Ruhe, Alter". Das kann man aus guten Gründen respektlos und denkfaul finden. Eine gewisse Müdigkeit befällt einen allerdings schon ob der Themenwahl des Till Lindemann, qua Geburtsjahr 1963 tatsächlich ein "Boomer".

Auf der zweiten Platte seines Buddy-Projekts mit dem schwedischen Metal-Musiker Peter Tägtgren (Pain, Hypocrisy) singt Lindemann nicht mehr auf Englisch wie auf dem Debüt "Skills In Pills" von 2015. Stattdessen besinnt sich der Zeremoniemeister der Horror-Karnevalisten Rammstein ganz auf seine Spezialität: in Kruppstahl-Deutsch über Sex, Kinks und Qual zu fantasieren. Die Kunstfigur Lindemann grrrrrollt, aber leidet auch gar sehr, denn egal, wie viele junge Dinger sich der unersättliche "Allesfresser", der tragische King Kong, auch gönnt: Am Ende marschiert er allein durch den Regen. "Nass werd' immer ich", singt er in "Ich weiß es nicht".

Das gequälte Mannsbild am Limit: So weit, so bekannt aus den Texten von Rammstein und einschlägigen Kolumnisten. Nun ist Lindemanns Strategie, sich Pornographie und rechte Monumental-Ästhetik zu therapeutischen Zwecken anzueignen, generell nicht mehr taufrisch. Wo Rammstein aber zuletzt noch an politischen Tabus rührten, ist "F & M" vor allem Sabber und Grunz, ein Panoptikum der überhitzten Männerfantasien - und in wirklich jeder Hinsicht over the top, was die Sache wieder interessant macht.

Sicher, es gibt verlässlich losprügelnde Schwermetallstücke wie "Gummi". Aber schon der Opener "Steh auf" überspannt mit seinen hektischen Streichern (unfreiwillig?) den Bogen zur Karikatur des Industrial-Sounds. "Knebel" ist eine Bondage-Ballade mit Wandergitarre, "Ach so gern" ein angegeilter Tango. Und in "Frau und Mann" besingt Lindemann zu Trompete und "Aiaiai!"-Rufen so stumpf sein dichotomes Geschlechterverständnis, dass man glaubt, es könne kaum bekloppter kommen - bis er die Nummer mit einem pubertären Witz beschließt ("Gegensätze ziehen sich an...und auuuus!"). Das ist leider schon sehr lustig.

Was sich auf dem ersten Lindemann-Album andeutete, entfaltet sich nun in seiner ganzen Pracht und Dämlichkeit: Die beiden haben Humor. Obwohl auch Rammstein zur Überzeichnung neigen, ist Ironie in ihrem teutonischen Varieté nur in begrenzten Dosen erlaubt. Mit Tägtgren führt Lindemann die Krise der alten Männlichkeit endgültig als Groteske auf. Ob mit voller Intention (oder mit welcher Intention überhaupt), sei dahingestellt: Was das Duo auf "F & M" erschafft, ist eine Art Camp-Variante des Prinzips Rammstein. Und natürlich eine Frechheit. Aber eine, die durchaus unterhalten kann - wenn man der Themen nicht längst müde ist. (5.1) Julia Lorenz

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Lindemann
F & M (Special Hardcover Book Edition) + 2 Bonus Tracks

Label:
Virgin
Preis:
19,79 €

Beck - "Hyperspace"
(Capitol/Universal, ab 22. November)

Liam Gallagher hat mal erzählt, dass sich der Händedruck von Beck Hansen anfühle, als bekäme man einen nassen Fisch überreicht. Seit seiner letzten Besinnlichkeitsplatte "Morning Phase" aus dem Jahr 2014 ließe sich dasselbe auch über die Musik des Songwriters, Sängers, Multiinstrumentalisten und Produzenten aus Los Angeles sagen. Beck hat einen karrieretechnischen Schwebezustand erreicht und scheint nicht recht weiterzuwissen: Für kontemplative Alterswerke ist er mit 49 Jahren noch zu jung, für ein Revival seines grandiosen Plastik-Prince- und Future-Funk-Albums "Midnite Vultures" ist er nicht mehr jung genug. Für den Herzausschüttungs-Folk, der immer Becks heimliche Stärke war, scheint er zu gut drauf zu sein.

Also spielt Beck auf seiner neuen Platte "Hyperspace" Musik, die abgesehen von der Grammy-Jury niemand mehr von ihm hören will: halb euphorische und von sich selbst überzeugte Popsongs, mit denen er knapp am Zeitgeist vorbeischrammt. Wen holt man als Produzenten für solche Songs dazu? Pharrell Williams natürlich. Sieben seiner elf neuen Stücke hat Beck unter Anleitung des allzeit lieferbereiten Williams aufgenommen. Mit ihrer Blues-Trap-Anwandlung "Saw Lightning" schielen die beiden auf eine Hitsingle, mit dem plüschigen "Chemical" zurück an den Anfang der Achtzigerjahre. Schon das Intro dieses Stücks klingt, als wäre es vor langer Zeit aus der Turmfrisur eines Londoner New Romantics herausgekämmt worden.

Einmal mehr also schieben sich die popgeschichtlichen Zeitebenen und Genregrenzen auf einem Album von Beck so unberechenbar übereinander wie das brüchige Land, auf dem die erdbebengefährdete Heimatstadt des Künstlers erbaut wurde. Der Effekt dieser Verschiebungen erweist sich auf "Hyperspace" jedoch als weitgehend abgenutzt.

Abgehört im Radio
Mittwochs um 23 Uhr gibt es beim Hamburger Web-Radio ByteFM ein Abgehört-Mixtape mit vielen Songs aus den besprochenen Platten und Highlights aus der persönlichen Playlist von Andreas Borcholte.

Beck hat das Erscheinungsbild des gegenwärtigen, von beinahe allen Berührungsängsten befreiten Chart-Mainstreams schon in den Neunzigerjahren vorgeprägt. Der Über-Hit "Old Town Road" von Lil Nas X wäre wahrscheinlich auch ohne ihn passiert, aber geschadet hat die Pionierarbeit früher Beck-Alben mit Akustikgitarre, Schrottplatzpercussion und Kinderzimmer-Rap sicherlich auch nicht. Heute erscheint die Poplandschaft wie für Beck gemacht - und gerade daran könnte es liegen, dass auf "Hyperspace" alles so furchtbar reibungslos funktioniert. Was auch immer Beck mit seinen Gehilfen durcheinander wirft: Am Ende landet es doch wieder in seiner riesengroßen Komfortzone.

26 Jahre nach "Loser" und 17 nach seinem besten Album "Sea Change" erinnert Beck deshalb an einen Personalmanager, der so lange über seinen Budgets und Kalkulationen brütet, dass er gar nicht merkt, wie er sich selbst wegrationalisiert. Im "Hyperspace" (was soll eigentlich dieser Jamiroquai-Titel?!) gibt es kein Neuland mehr für ihn zu erforschen, aber immerhin einige kuriose Abwandlungen früherer Beck-Formeln zu beobachten. So klingt etwa das Sky-Ferreira-Duett "Die Waiting" vordergründig betrübt. Weil sein Protagonist aber so lange auf die Liebe wartet, bis er stirbt, erweist sich der Song als einziger lustiger Moment des Albums. (5.5) Daniel Gerhardt

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Beck
Hyperspace (Digipack)

Label:
POLYDOR
Preis:
10,26 €

Tindersticks - "No Treasure But Hope"
(Lucky Dog/City Slang, seit 15. November)

Sorry für das abgegriffene Bild, aber die Tindersticks, 1991 in Nottingham gegründet, sind wie alte Freunde, die alle paar Jahre mal vorbei kommen. Davon gibt es auch anstrengende, Coldplay zum Beispiel, dazu mehr nächste Woche, aber mit Stuart Staples und seiner Band ist es immer angenehm. Die Abende mit ihnen stehen einem zunächst bevor, wie es nun mal so ist, wenn richtig gute Freunde kommen: Man weiß, es geht länger, man weiß, es geht irgendwann ans Eingemachte, es wird, kurzum, intensiv. Der Rotwein fließt in Strömen, es wird geraucht, bis das Atmen schmerzt, die Melancholie wird immer schöner und süßer, Sehnsüchte und Sentimentalitäten werden vom Alltag entfesselt. Man plaudert über Eric Satie, Jean Améry oder die Filme von Claire Denis, deren Soundtracks die Tindersticks regelmäßig beisteuern. Man hört alten, streichersatten Soul wenn die Gespräche hitziger werden - und Lounge-Jazz zum Abkühlen.

Wenn die Band diesmal vorbeikommt, ist die Stimmung jedoch weniger rotweinselig. Statt schwerem Barolo wird ein frischer Vino Verde eingeschenkt, die Stimmung ist beschwingter, man tanzt - erst zaghaft, dann fast ausgelassen - ein bisschen Walzer, alles wirkt crisp und klar; selbst Staples lässt seinen feierlichen Bariton immer wieder in einen hohen Alt-Gesang kippen; manchmal, im famosen "Trees Fall" zum Beispiel, klingt er dabei wie ein sanftmütigerer Bruder von Nick Cave. Auf die Schippe nimmt er die notorische Triefnasigkeit der Tindersticks darin auch: "Tears fall in our beer", singt er zittrig im Refrain, harhar, good one.

Geschrieben habe Staples, der seit langem mit seiner Familie in Südfrankreich lebt, diese schockierend zuversichtlichen Songs auf der griechischen Insel Ithaka. Sie handeln davon, zusammenzurücken, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Freunde, Familie, Schönheit. Die Piano-Balladen "For The Beauty" und "No Treasure But Hope" rahmen das Album mit leisem Pathos ein: "No love on our streets, only fear in our hearts", singt Staples im Titelstück und barmt darum, Hoffnung als die Kostbarkeit zu betrachten, die sie in angstvollen Zeiten ist. Einen passenderen Ort für diese Erkenntnis als das Mittelmeer hätte er sich kaum aussuchen können, denn wo, wenn nicht in der milden, pastellenen Schönheit des Mediterraneums zerschellen und versinken gerade so viele Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen, wenn Flüchtlinge versuchen, in morschen Kähnen die EU zu erreichen. Da werden sogar die streng privatistischen Tindersticks auf einmal politisch.

Dass hierfür aber das Gespür noch nicht so ganz sitzt, zeigt "See My Girls", in dem sich Staples in einen offenbar nahöstlichen Protagonisten hineinversetzt, der Fotos seiner Töchter betrachtet, die sie ihm von Reisen aus aller Welt schicken, vielleicht imaginiert er sie auch nur. Vom naiven Staunen über US-amerikanische "Skyscraper" gelangt er schließlich zum traurigen Nachdenken über die historischen Schlachtfelder der Welt: Flandern, Birkenau, Kambodscha, Jemen, Israel und Palästina. Passend (oder auch nicht) zu einem afrikanisierten Sound, singt Staples den Text in einem merkwürdigen Akzent, der ihn wie einen Klischee-Araber in Hollywood-B-Movies klingen lässt. Was das wohl sollte?

Lässt man diesen geschmacklichen Ausfallschritt weg, bleiben acht Tindersticks-Miniaturen übrig, die mit zum Schönsten gehören, was diese immer wieder überraschende Band seit ihrer Neuerfindung 2006 veröffentlicht hat. Von der emotionalen Aufwallung dieses Besuchs muss man sich jetzt erstmal wieder erholen. (7.7) Andreas Borcholte

Preisabfragezeitpunkt:
11.12.2019, 03:02 Uhr
Ohne Gewähr

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Tindersticks
No Treasure But Hope

Label:
CITY SLANG RECORDS
Preis:
11,82 €

Wertung: Von "0" (absolutes Desaster) bis "10" (absoluter Klassiker)

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insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
ambulans 19.11.2019
1. sowas
nennt man meist "fordernd" - und so ist es dann wohl auch. leonard, die unbestrittene nr. 1 (hier und auch anderswo) ist ein ur-ereignis, jenseits aller beschreibungen - und das sollte auch so bleiben; rammsteins till, die nr. 2 hier, wiederholt nur allzu bekannt-"melodisches" - schade, der gelernte korbflechter (einer der letzten seiner zunft) ist durchaus als lyriker einen blick wert; mit beck (hansen), der nr. 3, konnte ich noch nie etwas (in welcher sekte ist er denn jetzt gerade?) anfangen, musikalisch sowieso nicht; die tindersticks (nr. 4) kann man durchaus, wie A.B. andeutet, wie "alte freunde" willkommen heißen, aber: hatten wir hier nicht zuletzt "neue", aufgeschlossene musiker/bands wie etwa nerija, koma saxo, shake stew (mit shabaka!), mata roberts, jaimie branch (gerade erst gesehen/gehört!), usw.? mehr davon - oder stattdessen liam clancy (wahrscheinlich mit eric bogle/autor, gitarre) "(and the band plays) waltzing matilda" (über 6 min.; ca. 1980ies), das erklärt ziemlich viel über das eher spezielle "verhältnis" zwischen irland und england ...
Papazaca 19.11.2019
2. Nachvollziehbare Besprechungen und der eigene Geschmack
Ja, Doc, gefällt mir. 1,2,3,4 und immer schön die Ordnung einhalten. Ich weiß, ich bin gemein. Cohen gefällt mir auch, auch wenn die instrumentalen Parts erst später addiert wurden. Hört sich gut und ergreifend an. Ob ich in die offenen und versteckten Problematiken einsteige? Vielleicht mache ich um Tod und Teufel eher einen Bogen, die holen mich ja doch. Rammstein Solo juckt mich weder noch. Lieber weiter zu Beck. Von dem habe ich auch einige gute Alben, frage mich aber immer mehr, was jetzt wirklich seinen Kern ausmacht. Und ob der mich noch interessiert? Hmm...eher nicht. Und jetzt Doc, kommen wir zu Tindersticks, die mir am besten gefallen, Leonard Cohen ist wirklich außerhalb der Wertung. Ja, die gefallen mir weiterhin, werden mir nicht zuviel, ganz mein Fall. Aber Doc, werde mir Deine Empfehlungen auch gerne anhören, Ausflüge in Deine Parallelwelten sind immer schön.
freddykruger 19.11.2019
3. @ambulans
Hallo Doc. Wir sind mal wieder fast einer Meinung. Leonard Cohen ist wohl wieder ein Pflichtkauf. Beck ging mir nach seinen Debutalbum nur noch auf dem Senkel. Till Lindemann wird genauso ignoriert wie die letzte Rammstein und Tindersticks sind mir einfach zu langweilig. Da bald Dezember ist kann man schonmal zurückschauen was dies Jahr so alles veröffentlicht wurde. Aus meiner Sicht mehr Schatten als Licht. Wenig wirkliche Highlights. Der Durchschnitt hat ehr den Ton angegeben.
joernthein 19.11.2019
4. Danke, Herr Borcholte,
dass sie mich zu einem singer/musican geführt haben, den ich immer wieder "links liegengelassen" habe. Wie konnte ich nur. Danke.
ambulans 20.11.2019
5. @thevoodooman,
Zitat von PapazacaJa, Doc, gefällt mir. 1,2,3,4 und immer schön die Ordnung einhalten. Ich weiß, ich bin gemein. Cohen gefällt mir auch, auch wenn die instrumentalen Parts erst später addiert wurden. Hört sich gut und ergreifend an. Ob ich in die offenen und versteckten Problematiken einsteige? Vielleicht mache ich um Tod und Teufel eher einen Bogen, die holen mich ja doch. Rammstein Solo juckt mich weder noch. Lieber weiter zu Beck. Von dem habe ich auch einige gute Alben, frage mich aber immer mehr, was jetzt wirklich seinen Kern ausmacht. Und ob der mich noch interessiert? Hmm...eher nicht. Und jetzt Doc, kommen wir zu Tindersticks, die mir am besten gefallen, Leonard Cohen ist wirklich außerhalb der Wertung. Ja, die gefallen mir weiterhin, werden mir nicht zuviel, ganz mein Fall. Aber Doc, werde mir Deine Empfehlungen auch gerne anhören, Ausflüge in Deine Parallelwelten sind immer schön.
ich bin im augenblick wohl ein bisschen schräg drauf (novemberblues, zwischen volkstrauertag und totensonntag - du verstehst), und dazu immer wieder die bilder dieser saarländerin (AKK) - da juckts mich buchstäblich in den fingern, mit "no more war!" hier, jetzt und sofort anzufangen. na ja, blues eben; was ich gestern abend noch gefunden habe: liam clancy (2008) mit "waltzing matilda", gefilmtes solo-konzert im bitter end (heißt wirklich so), greenwich village/NY (ground zero für die frühen protestler wie bob dylan, joan baez, phil ochs, die farinas, etc.). ich hatte diesen song früher (tom waits, rod stewart) gar nicht so im auge; sagenhafte fassung ... mfg, dr. ambulans (alle kassen)
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