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Liudmyla Monastyrska Netrebkos Nachfolgerin

aus DER SPIEGEL 19/2022
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Lila Barth / NYT / Redux / laif

Vielen Kennern der Opernszene ist die Ukrainerin Liudmyla Monastyrska, 46, ein Begriff, nun dürfte sie eine Berühmtheit werden. Immerhin bat die legendäre Metropolitan Opera in New York die Sopranistin, Anna Netrebko zu ersetzen. Dieser Weltstar musste wegen seiner politischen Nähe zum russischen Präsidenten Putin gehen. Monastyrska zögerte, sagte doch zu, und so konnte am vergangenen Samstag wie geplant Giacomo Puccinis »Turandot« gegeben werden, mit ihr als gleichnamiger Prinzessin. Sie habe das Haus zum Beben gebracht, schwärmten ihre Auftraggeber dann öffentlich und schienen stolz darauf zu sein, dass ihre Ersatzsängerin sich am Ende der Vorstellung in eine ukrainische Flagge gehüllt hatte. In einem Interview hatte die Sängerin vorab gesagt, ihre nahen Angehörigen befänden sich noch in der Ukraine, sie denke jede Sekunde an sie. Auf der Instagram-Seite des Opern­hauses wurden Zehntausende Kommentare zu ihrem Auftritt gepostet, es gab Gratulationen und ebenso Kritik. Netrebko sei »viel, viel besser«, schrieb ein anonymer Nutzer, sie auszu­laden, sei eine »dumme politische Entscheidung« ge­wesen.

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