Live-Konzert von Elbow Späte Ehre für die Britrock-Außenseiter

Unverhoffte Auszeichnung: Elbow gehören seit Jahren zu den eher unauffälligen Säulen der neuen britischen Rockmusik, jetzt wurde die Band aus Manchester überraschend mit dem populären Mercury Prize ausgezeichnet. SPIEGEL ONLINE und Fabchannel zeigen ein Konzert aus dem "Paradiso" in Amsterdam.


London - "Das ist tatsächlich das Beste, was uns je passiert ist", sagte Elbow-Sänger und -Songschreiber Guy Garvey gestern Abend in London, nachdem sich seine Band bei der Verleihung des Mercury Musikpreises gegen illustre Konkurrenz durchsetzen konnte. Als beste Alben des Jahres nominiert waren insgesamt zwölf Platten, darunter Veröffentlichungen von Radiohead, dem Dubstep-Künstler Burial sowie der erst 19-jährigen Sängerin Adele. Doch es waren Garvey und seine vier Bandkameraden, die den beliebten und bei Kritikern hoch angesehenen Preis gewannen, der seit 1992 alljährlich an die qualitativ besten neuen Bands und Künstler aus Großbritannien verliehen wird.

2001, als Elbow ihr vielbeachtetes Debüt-Album "Asleep In the Back" veröffentlichten und zusammen mit Starsailor und anderen Bands den Boden für den elegischen Britrock von Coldplay und Konsorten bereiteten, wurde die Band aus Manchester aus dem Stand für den Mercury Prize nominiert, doch es dauerte sieben Jahre, bis ihr nun überraschend eine späte Ehre zuerkannt wurde. Sehr spät, wenn man bedenkt, dass nach der Band-Gründung im Jahre 1990 noch einmal elf Jahre bis zur ersten Veröffentlichung vergingen.

Ausgezeichnet wird das im vergangenen April veröffentlichte jüngste Album der Band, ein schwermütiges Konzeptwerk namens "The Seldom Seen Kid", dessen tiefschürfende Songs unter anderem durch den Tod des Songwriters Bryan Glancy vor zwei Jahren inspiriert wurde, einem Freund Garveys. Konzentrierter, kunstwilliger und gravierender hatte man Elbow bisher nicht gehört, die Platte markiert den künstlerischen Höhepunkt der Gruppe und wurde laut BBC von dem britischen Journalisten Conor McNicholas, einem der Mercury-Juroren, mit den Worten gewürdigt: "Das Album ist unglaublich emotional und dabei kein bisschen übertrieben." Sänger Garvey sei "ein Held. Er ist der betrunkene Poet am Ende der Bar, der diese gewisse Coolness-Aura besitzt. Und das seit Jahren."

Zusammen mit dem niederländischen Konzert-Kanal Fabchannel zeigt SPIEGEL ONLINE einen Auftritt, den Elbow am 25. Juni im Amsterdamer "Paradiso" absolvierten.

bor

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