Verstorbene Künstlerin Sehen Sie hier Marianne Faithfulls Hommage an Anita Pallenberg

Sie wurden zu Freundinnen, weil ihre Männer Arbeitskollegen waren - bei den Rolling Stones. Sehen Sie hier die Premiere des Videos, mit dem Marianne Faithfull an Anita Pallenberg erinnert, die 2017 starb.

Marianne Faithfull (l.) und Anita Pallenberg 1967 am Flughafen Heathrow
Getty Images

Marianne Faithfull (l.) und Anita Pallenberg 1967 am Flughafen Heathrow


In den vergangenen Jahren hat die US-Sängerin Lana Del Rey in ihren Videoclips eine ganz eigenständige Ästhetik entwickelt, geprägt durch collagierte Szenen, die aussehen, als stammten sie aus gefundenen Super-8-Filmen aus den Sechziger- und Siebzigerjahren. Es kann einem passieren, dass man an diese Videos denkt, wenn man den Clip zu "Born to Live" sieht, der neuen Single von Marianne Faithfull aus ihrem Album "Negative Capability".

Doch der 72-jährigen Faithfull geht es nicht um eine bloße Retro-Ästhetik: Die Filmsequenzen, die hier von Regisseur John Maybury ("Nothing Compares 2 U", "West End Girls") zusammengestellt wurden, zeigen Anita Pallenberg, die 2017 verstorbene deutsch-italienische Künstlerin, mit der Marianne Faithfull nach eigenen Angaben eine 54 Jahre lange Freundschaft verband.

"Born to live and Born to die / aren't they essentially the same", sprechsingt Marianne Faithfull mit tiefer Stimme über ein melancholisches Klavierthema. Im Song verarbeitet sie den Verlust der Freundin, die sie so richtig kennenlernte, als diese mit Keith Richards zusammen war und Faithfull mit Mick Jagger. "Ich glaube nicht, dass wir ohne sie Freundinnen geworden wären", schrieb Faithfull in einem Nachruf für den "Guardian": "Die Jungs waren so eng miteinander und verbrachten so viel Zeit im Studio, das warf Anita und mich zusammen. Außerdem nahmen wir viele Drogen."

Ein Teil der Aufnahmen zum Video stammt von einer Südamerikareise, die Pallenberg und Faithfull unternahmen. Aber auch Pallenbergs Sohn Marlon Richards gab Material aus den Archiven seiner Mutter dafür frei - zum Teil ist er auch als Kind darauf zu sehen. Das Video von "Born to Live" ist ein ungewöhnlicher Clip, Dokument einer persönlichen Nähe und auch ein bisschen pophistorische Quelle. Sehen Sie es hier in der deutschen Videopremiere:

feb

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insgesamt 2 Beiträge
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House_of_Sobryansky 28.03.2019
1. Business
Ist dies hier schon zu einer Werbeplattform verkommen? Nun ja, früher ordnete man so etwas in den Bereich Schweinebauch ein und verlangte kleines Geld dafür. In der unendlichen Dilettanz der Selbstpromoter ist Business wohl ein Fremdwort. Ansonsten habe ich einfach nur Angst.
House_of_Sobryansky 29.03.2019
2. Die Liebe, ach
Man muss die Frage der großen englischen Elegiker wieder einmal aufwerfen, die da lautet: Darf der Tod eines Freundes zur Inspiration herangezogen werden. Natürlich darf er das. Und dennoch offenbart sich selbst in den höchsten Kunstwerken, beispielsweise von "In memoriam" etwas unangenehm Hyänenhaftes. Hat man einmal ein Auge dafür, wird das Raubtier immer deutlicher. In seiner, gewiss, edelsten Form: der der Liebe.
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