Schöpfer prägender Filmmusik Winnetou-Komponist Martin Böttcher gestorben

Seine "Old Shatterhand"-Melodie war 17 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Charts: Nun ist der Filmkomponist Martin Böttcher im Alter von 91 Jahren gestorben.

Martin Böttcher bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg im Jahr 2011
Geisler-Fotop/ picture alliance

Martin Böttcher bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg im Jahr 2011


Der Filmkomponist Martin Böttcher ist tot. Seine Musik begleitete zahlreiche Winnetou-Filme. Böttcher starb in der Nacht zum Samstag im Alter von 91 Jahren, bestätigte seine Tochter Betsy Schlüter. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk über den Tod des Künstlers berichtet, der zuletzt in der Nähe von Rendsburg in Schleswig-Holstein lebte.

Böttcher komponierte die Musik von zehn Karl-May-Kinofilmen und wurde so zu einem der erfolgreichsten Filmkomponisten Deutschlands. 1962 führte seine "Old Shatterhand"-Melodie 17 Wochen lang die deutschen Charts an.

Sein Debüt als Komponist bei einer Spielfilm-Produktion gab Böttcher 1955 in "Der Hauptmann und sein Held". Schon der zweite Film wurde ein großer Erfolg: "Die Halbstarken" (1956) mit Horst Buchholz. Danach vertonte Böttcher immer neue Geschichten zunächst für das Kino, später vor allem für das Fernsehen. "13 kleine Esel" mit Hans Albers und Heinz Rühmanns "Pater Brown"-Filme gehörten ebenso dazu wie Edgar-Wallace-Filme und zuletzt "Pfarrer Braun" (bis 2013).

Böttcher, der seit einem Sturz als Kind auf einem Ohr nichts mehr hörte, hatte sich während des Zweiten Weltkriegs in Gefangenschaft das Gitarrenspiel selbst beigebracht. Nach dem Krieg führte ihn der Weg nach Hamburg, wo er im Tanz- und Unterhaltungsorchester des Nordwestdeutschen Rundfunks anfing. 1954 entschied sich Böttcher, der eigentlich Pilot war, endgültig fürs Komponieren.

koe/dpa



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