New Yorker Opernhaus Die »Met« will ihre Türen nur für Geimpfte öffnen

Im September will die berühmte Metropolitan Opera in New York ihre Herbstspielzeit eröffnen – als »vollständig geimpftes Haus«. Auch für Kinder soll es keine Ausnahmen geben.
Sitzende vor der Metropolitan Opera: Drinnen nur Geimpfte

Sitzende vor der Metropolitan Opera: Drinnen nur Geimpfte

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littleny / Getty Images

Die New Yorker Metropolitan Opera lässt in der kommenden Spielzeit nur geimpfte Zuschauer rein. Sowohl Publikum als auch die auftretenden Künstler müssen einen vollständigen Impfschutz vorweisen, wie das Haus inmitten der Debatte über die Impfpflicht in den USA mitteilte. »Die Met wird ein vollständig geimpftes Haus sein«, erklärte die Met in einer E-Mail an ihre Besucher.

Kinder unter zwölf Jahren – die derzeit nicht geimpft werden dürfen – dürfen das Haus nicht betreten, auch wenn die sie begleitenden Erwachsenen geimpft sind. Die Met beschäftigt mehr als 3000 Mitarbeiter und ist damit die größte Organisation für darstellende Künste in den Vereinigten Staaten. Sie ist seit Pandemiebeginn im März 2020 geschlossen. Die Leitung hofft, Ende September wieder öffnen zu können.

In der Schließzeit habe man die Lüftungen erneuert, Automatiktüren eingebaut und die Sanitärbereiche mit Apparaturen ausgestattet, die nicht berührt werden müssen, heißt es in der Mitteilung  weiter. Mit diesen Maßnahmen und den Impfnachweisen des Publikums glaubt man, eine volle Auslastung des Opernhauses ermöglichen zu können. Das Tragen von Masken werde freiwillig sein.

Ähnliche Überlegungen in Deutschland

Angesichts steigender Coronazahlen wegen der Delta-Variante und einer stockenden Impfkampagne ist in den USA eine Debatte über eine Impfpflicht aufgekommen. Die Stadt New York und der Bundesstaat Kalifornien kündigten an, dass sich die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes entweder impfen lassen oder wöchentliche Coronatests machen müssen. Das US-Ministerium für Veteranenangelegenheiten erließ als erste Bundesbehörde eine Impfpflicht für sein Gesundheitspersonal.

Auch in Deutschland wird über Veranstaltungen diskutiert, für die ein Zugang nur mit negativem Coronatest nicht mehr ausreichend wäre. Der geschäftsführende Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, Jens Michow, sagte der »Welt« , es gebe im Bereich der Großveranstaltungen spätestens ab Ende September nur diesen Weg.

Wer sich weigere, geimpft zu werden, könne nicht erwarten, dass der Rest der Bevölkerung darunter leidet, so Michow. »Wenn das Infektionsrisiko bei Getesteten zu groß ist, müssen jedenfalls Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene erlaubt werden. Wenn Veranstaltungen unter diesen Bedingungen ohne Abstandsregeln durchgeführt werden dürfen, erlaubt es unser Hausrecht, nur diesen Personen Zugang zu gewähren.«

feb/AFP
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