Pop! Pimp up the horse

Der King of Pop lebt - irgendwie. Fünf Jahre nach seinem Tod ist für den Mai das "neue" Michael-Jackson-Album "Xscape" angekündigt. Es ist das zweite postume Werk. Fans und Experten streiten bereits vorab darüber, ob das toll oder ein Sakrileg ist.

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Wiederbelebung

Michael Jackson ist nur theoretisch tot. Sein Körper versagte ihm zwar 2009 endgültig den Dienst, aber seine Stimme ist immer noch im Einsatz. Am 13. Mai soll "Xscape" erscheinen, bereits das zweite Jackson-Album, das nach seinem Tod veröffentlicht wird. Geboten werden acht "neue" Songs. Genauer gesagt: Material, das zu Lebzeiten des Künstlers auf der Strecke blieb und nun von seinen Nachlassverwaltern zum Aufpimpen freigegeben wurde. Unter der Regie vom Star-Produzenten Timbaland rüschten Profis wie Rodney Jerkins und StarGate die halbfertigen Vorlagen am Mischpult auf Charttauglichkeit auf. Dazu wurden Duettstimmen von Prominenten wie Mary J. Blige und D'Angelo eingekauft. Die meisten Songs sind Jackson-Fans aber längst aus der weiten Welt des Internet bekannt. So wie "A Place with No Name", das auf einem Sample des Soft-Rock-Klassikers "A Horse with No Name" von America basiert und bereits drei Wochen nach Jacksons Ableben seinen Weg in die Blogs fand. Spannend verspricht dabei die sogenannte Deluxe-Edition von "Xscape" zu werden, denn die wird auf zwei CDs neben den aufpolierten Songs auch die Original-Vorlagen des Künstlers bieten. So, dass vielleicht einigermaßen klar wird, was da eigentlich von ihm stammt und was eben nicht. Wer es nicht abwarten mag, kann in Blogs wie "Consequences of Sound" schon mal Auszügen lauschen.

Leichenfledderei

Darüber, ob das Nachreichen einst verworfener Musik toter Künstler nun legitim oder obszön ist, kann man streiten. Fest steht, dass es oft sehr lukrativ ist. Das können die Erben von Amy Winehouse, 2Pac, Notorious B.I.G., Bob Marley und zig anderen Toten bestätigen. Eine Liste der besten postum veröffentlichten Alben bietet der "Bet-Blog".

Umzug

Nach dem Ausscheiden ihres Clubs aus der Champions League können frustrierte Fans von Manchester United nun Trost beim King of Pop suchen. Dessen Statue hat Mohamed Al-Fayed, der ehemalige Eigentümer des Londoner Fußball Clubs Fulham, dem National Football Museum in Manchester überlassen. Das Denkmal hatte Fayed einst in Auftrag gegeben, um es bei Harrods auszustellen, es landete aber im Stadion vom FC Fulham, nachdem Fayed das Kaufhaus verkauft hat - zum Vergnügen aller gegnerischen Fans, die das Stück gern als Inspirationsquelle für Hohn und Spott gegenüber Fulham nutzten. Der neue Fulham-Eigentümer wollte die Statue dann auch so schnell wie möglich loswerden. Das Fußballmuseum will nun Obdach gewähren, kann aber auch nicht recht erklären, was um Himmels Willen Michael Jackson mit Fußball zu tun haben soll.

Schatztruhe

Wer sich auch in Zukunft ein Leben ohne "neue" Michael-Jackson-Songs und -Alben nicht vorstellen mag, kann aufatmen: Bei Wikipedia findet sich eine Liste bekannter unveröffentlichter Jackson-Songs, die noch viele künftige Alben füllen dürften.



insgesamt 2 Beiträge
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freddykruger, 11.04.2014
1. raffgier
kennt man ja schon von Elvis Pressluft und Jimi Hendrix. Das inflationäre ausschlachten der Nachlasverwalter. Das hat mit Andenken an einen Künstler nichts zu tun, daß ist reine Raffgier. Jimi Hendrix ist da ein gutes beispiel wieviel Schrott und angeblich unveröffentliches seit den 70ern herausgekommen ist, mit ein paar ausnahmen wie z.b. Live At Winterland. Bei M.Jackson wird es genauso vonstatten gehen.
Mirror2010 11.04.2014
2. Wie kommen Sie darauf,
daß es verworfene Songs sind? Jackson hat bis zu 60 Songs pro Album geschrieben,daß es immer nur 10 bis 15 davon auf ein Album geschafft haben, liegt in der Natur der Sache. Deshalb ist der Rest doch nicht automatisch Schrott. Der Earthsong wurde für Dangerous geschrieben, hat aber erst auf dem Historyalbum einen Platz bekommen, so gibt es etliche Beispiele, daß geschrieben Songs es erst Jahre später auf ein Album kamen und das noch zu seinen Lebzeiten.Der Artikel ist oberflächlich und der Autor hat sich nicht mit der Arbeitsweise von Mr. Jackson beschäftigt, sonst wüßte er, daß Jackson an etlichen Songs mehrere Jahre gearbeitet hat, bis sie es auf ein Album kamen. In diesem Falle kann er leider nicht mehr den letzten Schliff tätigen, das tun Andere für ihn, ob sie es gut gemacht haben, werden wir hören, wenn das Album erscheint.
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