Neue Queen-Platte Who wants to live forever?

Noch in diesem Jahr soll ein Album der Band Queen erscheinen, auf dem Freddie Mercury und Michael Jackson singen. Die Erfolgschancen der Platte sind groß, denn so mancher Musiker lebt ja nach seinem Tod in den Charts weiter.

AP

Wenn ein erfolgreicher Musiker stirbt, bedeutet das noch lange nicht, dass er tot ist. Mal abgesehen davon, dass Abgänge meist mit erstaunlichen Umsatzschüben einhergehen, gehören nachgereichte "neue" Alben von Toten schon lange zur kommerziellen Strategie der Musikindustrie.

Rechtzeitig zu Weihnachten wird deshalb Freddie Mercury reanimiert. Der Bestseller-Produzent William Orbit, der schon die Karriere von Madonna wiederbelebte, bestätigte jüngst via Twitter, dass er an einem "neuen" Queen-Album arbeite. Nach "Made in Heaven" ist es bereits das zweite Album der Band seit Freddie Mercurys frühem Tod im Jahr 1991. Der Coup des anstehenden Albums sollen Songs aus den von Legenden umwehten Sessions von Mercury mit dem ebenso toten Michael Jackson sein. Ob das nun würdevoll ausfällt oder nicht, wird sich zeigen. Aber letztlich gibt es meist gute Gründe, warum eingespielte Musik zu Lebzeiten mancher Musiker eben nicht veröffentlicht wurde.

Freddie Mercury und Michael Jackson waren Perfektionisten, die vielleicht nicht so begeistert über die Projekte ihrer Nachlassverwalter gewesen wären. Zumindest finanziell wird sich jedes "neue" Queen-Album vermutlich lohnen. Zuletzt punktete auch Michael Jackson aus dem Jenseits mit dem Album "Xscape", das sogar den meisten Kritikern gefiel. Und da die Archive voll sind mit unveröffentlichter Musik von Michael Jackson, Amy Winehouse und anderen Verblichenen, werden sie alle noch lange durch die Charts geistern.

"Jenseits von Eden"

Musiker, die ihren Abgang rechtzeitig planen, haben oft konkrete Vorstellungen davon, welche Musik während ihrer letzten Reise laufen soll. Eine Auswahl finaler Soundtracks bietet nun eine Liste im Blog des "New Musical Express". Der Metallica-Schlagzeuger Lars Ulrich wünscht sich da "Live Forever" von Oasis, der Killers-Sänger Brandon Flowers hofft auf die Mormonen-Hymne "God Be with You till We Meet Again" und Chic-Maestro Nile Rodgers bevorzugt als finalen Song "Get Lucky", den Renner, den er mit Daft Punk produzierte.

"Hello Again"

Wie mühsam eine Wiederauferstehung im Musikbusiness sein kann, belegt ein feiner Text bei "Pitchfork". Denn das Comeback des einst für tot erklärten Vinyl sorgt mit ansteigender Nachfrage auch für Komplikationen. In diesem Jahr zogen die Vinyl-Umsätze erneut massiv an. Den Vinyl-Bestseller der Saison lieferte Jack White mit seinem neuen Album "Lazaretto". Aber wie viel Frust überlastete Presswerke und überkandidelte limitierte Editionen mit sich bringen können, ist auf Pitchfork hier sehr anschaulich nachzulesen.



insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
kannseinaber 08.08.2014
1. Schon bald ...
wird man Sänger zu Lebzeiten voll digitalisieren und dann deren Stimme nachbilden - und kann so die Kuh ewig melken.
Xangod 08.08.2014
2. Leichenfledderei
Einfach beschämend - ich verstehe da Brian May und Roger Taylor nicht. Kohle haben die beiden doch wohl genug. Danke an John Deacon, daß wenigstens er Freddie und Queen ruhen läßt.
Paul Caster 08.08.2014
3. *Kopfschüttel*
Es wird im Artikel ja richtigerweise geschrieben: es hat schon seinen Grund, dass nicht alles was aufgenommen zu Lebzeiten auch veröffentlicht wurde. Ich habe Queen ohne John Deacon und Freddy Mercury live gesehen, sie klangen wie ne durchschnittliche Queen-Coverband...irgendwann sollte man es einfach sein lassen und einsehen, dass der Erfolg einer Band durch die Kombination außergewöhnlicher musikalischer Talente entsteht. Bei Queen fehlen derer 2, also fehlt 50% der Kreativität, die den Erfolg begründet hat. Es hat sicher auch seinen Grund, dass John Deacon ausgestiegen ist... er hat genau das verstanden.
beegee 08.08.2014
4. Mich schaudert es!
Zitat von sysopAPNoch in diesem Jahr soll ein Album der Band Queen erscheinen, auf dem Freddie Mercury und Michael Jackson singen. Die Erfolgschancen der Platte sind groß, denn so mancher Musiker lebt ja nach seinem Tod in den Charts weiter. http://www.spiegel.de/kultur/musik/michael-jackson-und-freddie-mercury-singen-gemeinsam-auf-queen-album-a-984994.html
Ich habe mir schon "Made in heaven" nicht geholt. Aber das geht echt zu weit. Das hat Faruk Bulsara nicht verdient.
leeberato 08.08.2014
5. Leider
steht im Artikel nicht dass das Material nur noch soundtechnisch aufgearbeitet werden muss, d.h. alle 4 Musiker spielen den originalen Sound. Bei Made in heaven mussten durch den Tod Freddies die hastig aufgenommenen Stücke erst vollendet werden. Ein Grund warum die Kollaboration mit Michael Jackson nicht veröffentlicht wurde ist wohl die Tatsache dass die Egos von Freddie und Michael zu groß waren und eine weitere Zusammenarbeit nicht viel gebracht hätte. Leider bietet der Artikel nur oberflächliche Informationen, da gibt's bessere.
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