Fotograf Mick Rock ist tot Bowie in die Seele geblickt

Er begleitete David Bowie, fotografierte die Motive für Plattencover von Queen, Lou Reed und Iggy Pop. Jetzt ist Mick Rock im Alter von 72 Jahren gestorben – wir zeigen eine Auswahl seiner besten Arbeiten.
David Bowie, 1973 fotografiert von Mick Rock (1948 bis 2021)

David Bowie, 1973 fotografiert von Mick Rock (1948 bis 2021)

Foto: Mick Rock / TASCHEN

»Ich hatte nicht vor, Fotograf zu werden«, sagte Mick Rock einmal. Die Kunstform habe sich in sein Leben eingeschlichen, festgesetzt – und dann die Regie übernommen. Der 1948 in London geborene Michael Rock war Ende der Sechzigerjahre Teil der Szene, als sich die Musik radikal veränderte. Das Bild, das wir heute von der Glamrock-Phase haben, ist entscheidend geprägt durch seine Fotos von den bedeutendsten Musikern ihrer Zeit.

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Mick Rock war David Bowies offizieller Fotograf in dessen Ziggy-Stardust-Epoche, einige der ikonisch gewordenen Bowie-Motive stammen von ihm. Rock fotografierte auch Plattencover von Queen, Lou Reed, Iggy Pop, Syd Barrett. Doch sein Werk war nicht auf ein musikalisches Genre beschränkt, ihm gelangen Aufnahmen von den Sex Pistols, den Ramones oder Siouxsie and the Banshees, die sich in die Erinnerung von Musikfans einprägten. Es ist nicht lange her, da lichtete er Snoop Dogg und Lady Gaga ab. Noch 2020 beauftragte ihn Miley Cyrus, das Cover für ihr Album »Plastic Hearts« zu fotografieren.

Sehen Sie hier eine Auswahl aus Rocks Werken:

Fotostrecke

Der Poet

Foto: Images Press / Getty Images

Einerseits war er zur richtigen Zeit am richtigen Ort, er hing mit Musikern wie Syd Barrett ab, dem Frontmann von Pink Floyd, als die Band noch nicht besonders bekannt war. Andererseits beherrschte er die Technik bald meisterlich, sein Gefühl für Timing war grandios, er war ein wacher Beobachter und ihm gelang es, echte Nähe zu seinen Protagonisten aufzubauen – der Schlüssel für jedes wirklich gute, intime Porträt.

Zudem war Rock selbst Teil der Szene, sein Lebensstil entsprach jahrzehntelang dem Klischee von Sex, Drugs und Rock’n’Roll – er sah nicht zufällig selbst aus wie ein Rockstar; seine wilde Haarmähne behielt er bis zuletzt. Die Exzesse gehörten zu der Kultur, und Rock glaubte, dass seine Verstrickung Voraussetzung war für den besonderen Blick, den er entwickeln konnte.

Dass seine Fotos aus den Siebzigern so begehrt sind und heute als Kunst gelten, erstaunte ihn – damals sei das nicht der Fall gewesen. Dabei war er selbst einer der wenigen Fotografen seiner Generation, die von Anfang an ihr Copyright geltend gemacht haben. Ihm sei es aber nie ums Geld gegangen, sagte Rock in einem Interview mit der »South China Morning Post« . Jetzt allerdings schätze er sich glücklich, finanziell betrachtet, »vier oder fünf Mona Lisas« zu besitzen. Für sein Archiv wurden ihm angeblich Millionen angeboten. Er lehnte immer ab.

Fotograf Rock 2016: »Vier oder fünf Mona Lisas«

Fotograf Rock 2016: »Vier oder fünf Mona Lisas«

Foto: REMY GABALDA / AFP

Über Mick Rocks offizielle Kanäle bei Instagram und Twitter wurde sein Tod in der Nacht zu Freitag bekannt gegeben: Mick Rock sei so viel mehr als »der Mann, der die Siebzigerjahre fotografierte« gewesen: »Er war ein fotografischer Poet.«

feb/ks
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