Millionen-Fund Klavierbaumeister soll Mozart-Klavier besitzen

Seid umschlungen, Millionen! Und zwar Euro. Ein Klavierbaumeister aus Baden-Baden versuchte, ein altes Hammerklavier zu verkaufen - zunächst erfolglos. Doch dann meldete sich ein Musikhistoriker und behauptete, Mozart persönlich habe auf dem Instrument musiziert.

Auf diesem Hammerklavier aus dem Jahr 1775 soll Mozart gespielt haben.
DDP

Auf diesem Hammerklavier aus dem Jahr 1775 soll Mozart gespielt haben.


Hamburg - In Baden-Baden ist ein Hammerklavier aus dem 18. Jahrhundert aufgetaucht, auf dem vermutlich einst Wolfgang Amadeus Mozart spielte. Wie der SWR am Mittwoch berichtete, hatte der Klavierbaumeister Martin Becker das Instrument Mitte der achtziger Jahre bei einem Antiquitätenhändler in Straßburg erworben. Als er es jetzt bei einem Internetauktionshaus zum Verkauf anbot, schwebte Becker ein Erlös von etwa 40.000 Euro vor. Doch das Klavier wurde nicht verkauft. Stattdessen meldete sich ein Musikhistoriker aus dem Hamburger Kunst- und Gewerbemuseum: Das zum Kauf angebotene Instrument sei möglicherweise von Mozart persönlich während seiner Aufenthalte in Straßburg gespielt worden.

Erkannt habe der Spezialist das Klavier anhand eines historischen Ölgemäldes, auf dem auch Joseph Haydn an dem Instrument zu sehen ist. Das Hammerklavier wurde offenbar 1775 von Mozarts Lieblings-Klavierbaumeister Christian Baumann in Zweibrücken angefertigt. Dem SWR zufolge habe Mozart es sogar in Briefen an seinen Vater erwähnt.

Das Auktionshaus Christie's Deutschland bestätigte dem Rundfunksender die Herkunft des Klaviers. Becker hatte dem Auktionshaus das Klavier vor einigen Jahren angeboten, Christie's lehnte jedoch ab. Eine Sprecherin in London sagte am Mittwoch, derzeit gehe man den Briefwechsel von 2003 durch. Ein Fachmann des Hauses soll damals bestätigt haben, dass es sich um eines der seltenen Hammerklaviere von Baumann handelt. Zu einem Verkauf sei es aber möglicherweise wegen der Marktlage nicht gekommen. Dass der weltbekannte Komponist tatsächlich selbst auf dem Klavier musiziert hat, wurde allerdings bisher noch nicht belegt. Experten prüfen derzeit die Historie des Instruments.

Becker diente das aus Nussbaumholz gefertigte Klavier jahrelang als Vorführinstrument auf Messen und in Musikschulen - bis er es schließlich loswerden wollte. Jetzt könnte die für ihn zunächst erfolglos verlaufene Verkaufsaktion mit einem Millionengewinn enden.

mad/dpa/AFP



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