Reaktionen zum Tod von Montserrat Caballé "Eine Inspiration"

Die Sopranistin Montserrat Caballé galt als letzte große Opernsängerin - und machte Klassik auch für ein breiteres Publikum zugänglich. Jetzt haben Musiker, Politiker und Kollegen Abschied genommen.

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Startenor José Carreras sagte einem spanischen Radiosender, die Opernwelt habe ihren besten Sopran verloren: "Von all den Sopranistinnen, die ich live gehört habe, war keine wie Montserrat." Musiker, Politiker und Opernfans haben Abschied von der Sopranistin Montserrat Caballé genommen.

Sei sei "eine Inspiration für uns alle gewesen, aber besonders für Freddie. Deine schöne Stimme wird für immer bei uns sein", schrieb der Queen-Gitarrist Brian May auf Instagram. Dazu stellte er ein Bild von einem gemeinsam Auftritt:

Caballé und Freddie Mercury sangen 1987 gemeinsam das Duett "Barcelona"; das Lied wurde 1992 der Song der Olympischen Spiele in der Stadt.

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Montserrat Caballé: Eine einzigartige Karriere

Auch der spanische König Felipe VI. drückte sein Beileid aus: Die Sängerin sei "eine Legende universeller Kultur" gewesen. "Ihre Persönlichkeit und ihre einzigartige Stimme werden uns für immer begleiten."

Auch aus der Fachwelt gab es Reaktionen: "Sie zeigte, dass Auftritte von Opernsängern nicht nur auf Opernhäuser begrenzt sind, sondern weit darüber hinaus gehen", sagte Christina Scheppelmann, künstlerische Leiterin des Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Caballé war mehr als 200 Mal in dem Konzertsaal aufgetreten. Das Royal Opera House in London, wo Caballé mehrfach zwischen 1972 und 1992 sang, veröffentlichte ein Statement: Caballé habe "Millionen inspiriert".

Zuvor hatte sich bereits Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez geäußert, er twitterte: "Eine große Botschafterin unseres Landes ist gestorben. Montserrat Caballé, ihre Stimme und ihre Sanftmut werden aber immer bei uns bleiben."

Caballé war am Samstag im Alter von 85 Jahren gestorben. Sie galt als letzte große Operndiva. Ihre Karriere begann 1956 in Basel, insgesamt absolvierte sie mehr als 4000 Auftritte.

eth/Reuters



insgesamt 5 Beiträge
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noalk 06.10.2018
1. Diva
Die Göttliche. Divenhaft hat sie sich nie verhalten. Und eines konnte sie noch besser als singen: Lachen.
drsuelz 06.10.2018
2. Wenn ich mir was wünschen dürfte...
... dann ist es die Vorstellung, wie Montserrat und Freddy oben auf einer Wolke sitzen, ganz entspannt und zu uns hier unten noch mal "Barcelona"" schmettern, optimistisch und erfrischend. Das war ein wunderbares Crossover. Ich bin kein großer Opernfan, aber sie hatte Power, Ausstrahlung, Freundlichkeit und eine unbeschreibliche Stimme. Tja, wieder eine Große von uns gegangen. Danke für alles!
shardan 06.10.2018
3. Ein trauriger Tag
Und das nicht nur für Spanien. Montserrat Caballe, liebevoll Montsy genannt, war weit mehr als "nur" eine Sopranistin. Sopranistinnen gibt es viele - aber niemanden mehr in diesem Format. Dazu gehört eben mehr als singen können. Montserrat war eine Botschafterin der Musik, die Menschen in ihren Bann und den Bann der Musik schlagen konnte. Sie hatte keine Berührungsängste, wie "Barcelona" mit Queen und Freddy Mercury deutlich gezeigt hat. Montsy hatte daneben etwas bewahrt, was bei Menschen dieses Formats schon selten ist. Menschlichkeit, Nähe und Wärme. Ein wirklich trauriger Tag, ein Verlust nicht nur der kulturellen Art für alle Menschen.
dasfred 07.10.2018
4. Neben iherm Auftritt mit Freddy Mercury
habe ich sie noch in Erinnerung an einen Auftritt in Alfred Bioleks Küche, als sie damals Langusten gebraten hat. Die Lebensfreude und der Spaß am Genuss haben mich nachhaltig beeindruckt. Wir haben in dieser Woche nach Charles Aznavour schon die zweite große Stimme verloren, die über Jahrzehnte ihr Publikum begeistert hat. Diese Art Weltstars stirbt leider aus und es gibt nicht wirklich würdige Nachfolger.
Alexis_Saint-Craque 08.10.2018
5. Frei
Vielleicht war sie so toll, weil sie sich noch die Freiheit nehmen konnte, so zu sein, wie sie war. Das macht glücklich und menschlich. Wenn wir uns so umschauen, dann sehen wir in der Regel nur noch die Ergebnisse von Berechnung. Die sind weder inspirierend noch sympathisch.
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