Musiker Rainald Grebe leidet an schwerer Krankheit »Ich dachte, ich werde nicht mehr«

Der Musiker Rainald Grebe hat eine schwere Krankheit, durch die er öfter Schlaganfälle erleidet. In einem Interview sprach er nun öffentlich über das Todesthema, das seit der Diagnose in seine Liedzeilen hineintropft.
Rainald Grebe – will trotz Krankheit im Juli auf der Berliner Waldbühne spielen

Rainald Grebe – will trotz Krankheit im Juli auf der Berliner Waldbühne spielen

Foto:

Alessandro De Matteis / dpa

Rainald Grebe blickt mit seinem Werk mitunter gern in die Vergangenheit. Zu Beginn seines Stücks »Neunziger« heißt es: »Ich seh' ein altes Bild von mir. Ich mit vollen Haaren. Das war im letzten Jahrtausend. In den Neunzigerjahren.«

Dass er sich heute noch an diese Zeit mit Guidomobil und Arschgeweih erinnern kann, ist für den gerade mal 50-Jährigen jedoch alles andere als selbstverständlich. In einem Interview spricht er von einer Zugabe – denn eine schwere Krankheit nimmt ihn mit.

»Ich bin ein bisschen krank«, sagte der unter anderem mit dem Titel »Brandenburg« bekannt gewordene  Autor und Musiker in seiner trockenen Art der »Berliner Zeitung am Wochenende «. »Die Krankheit heißt Vaskulitis, es ist eine Autoimmunkrankheit, die bei vielen das Leben verkürzt«, so Grebe. Er habe deshalb öfter Schlaganfälle. »Im Januar war ich wieder im Krankenhaus. Ich hatte sechs Schlaganfälle. Ich dachte, ich werde nicht mehr.«

Könnte schon bald im Rollstuhl sitzen

Grebe sagte, er finde es relevant, dass Ärzte ihm die Frage beantworten: Wie lange denn noch? »Es könnte in diesem Jahr passieren, dass ich nur noch im Rollstuhl sitze.« Er freue sich aber auf sein am 31. Juli in der Berliner Waldbühne geplantes Konzert. »Das ist diese Sehnsucht, dass man einmal was ganz Großes macht, an das sich alle erinnern.«

Es sei unklar, inwieweit die Erkrankung in Schach gehalten werden könne, sagte der Kölner Musiker, der seit Jahrzehnten in der Uckermark lebt. »Da gibt es verschiedene Äußerungen von Spezialisten. Ich trinke zum Beispiel keinen Alkohol mehr, andere sagen, man kann mit Ernährung und Sport etwas dagegen tun. Das versuch' ich jetzt, ich laufe viel herum oder ich fahre Fahrrad.«

Die Diagnose liege schon eine Weile zurück und sei 2014 gewesen, berichtet Grebe. »2017 kamen die ersten Schlaganfälle. Seitdem ist das Todesthema in meine Liedzeilen hineingetropft.« Grebe brachte vor wenigen Monaten sein neues Album »Popmusik« heraus.

Der letzte Track auf dem Album heißt »Der Tod«.

apr/dpa