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Gestorben Coolio, 59

aus DER SPIEGEL 40/2022
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imago stock / Brigani-Art / Heinrich / IMAGO

Jede und jeder, die in den Neunzigerjahren mal ein Radio oder das Musikfernsehen angemacht haben, kennt dieses Stück, es ist sofort da, wenn man nur den Titel sieht: »Gangsta’s Paradise«. Ein Welthit – und gleichzeitig ein melancholischer, nachdenklicher Song über einen jungen Mann, der am Anfang seines Lebens steht und doch nur an sein Ende denken kann. Artis Leon Ivey Jr., wie Coolio mit bürgerlichem Namen hieß, wuchs in Compton im Großraum Los Angeles auf, war als Jugendlicher Teil einer kriminellen Gang, nahm Drogen, kam dann mit der jungen Hip-Hop-Kultur in Berührung und begann zu rappen. Er brachte eine Menge Platten heraus, aber nichts, was er machte, sollte je wieder den Erfolg von »Gangsta’s Paradise« von 1995 haben – am nächsten kam noch der Song »C U When U Get There« ran, mit einem Sample von Johann Pachelbels »Kanon in D-Dur«. Coolio ging später in allerlei Fernsehshows, auch in Deutschland, wo er 2004 in »Comeback – Die große Chance« auftrat; 2019 war er der Running Mate der Pornodarstellerin Cherie DeVille im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf. Coolio starb am 28. September in Los Angeles.

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