Neil Young über Preise bei Ticketmaster »Tourneen machen keinen Spaß mehr«

Der Musiker hat genug vom Monopol des Eintrittskartenanbieters: Willkürliche Ticketpreise und Servicegebühren nehmen Neil Young offenbar die Freude an Konzertreisen. Er klagt über abgezockte Fans und wütende Briefe.
Neil Young 2019 bei einem Konzert in Kalifornien

Neil Young 2019 bei einem Konzert in Kalifornien

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Amy Harris / Amy Harris/Invision/AP

»Es ist aus. Die alten Zeiten sind vorbei«, schreibt Musiker Neil Young auf seiner Website »Neil Young Archives« . In einem desillusionierten Blogeintrag beklagt der 77-Jährige die Zustände des Ticketverkaufs beim Anbieter Ticketmaster. Dessen Preispolitik und Gebühren nähmen ihm die Freude an den Konzerten, so Young.

»Ich bekomme Briefe, die mir die Schuld geben für 3000 Euro teure Tickets für eine Benefizveranstaltung, die ich organisiere«, schreibt der Künstler. Dabei käme das Geld nicht mal bei ihm oder der Veranstaltung an, so Young. Es bliebe in den Händen von Ticketmaster.

Das Unternehmen wird seit Langem für seine teils horrenden Preise kritisiert. Für viele Konzertkarten nutzt das Portal das sogenannte Dynamic Pricing – eine Funktion, die Ticketpreise der Nachfrage anpasst, ähnlich wie bei Fluganbietern oder Hotelbuchungen. So konnte es etwa geschehen, dass Karten für ein Konzert von Bruce Springsteen bis zu 5000 US-Dollar kosteten. Zudem erhebt Ticketmaster hohe Bearbeitungs- und Servicegebühren, die die Kosten der Konzertkarten für die Käufer noch weiter erhöhen.

»Künstler müssen sich Sorgen darüber machen, dass abgezockte Fans sie für Ticketmaster-Gebühren und Schwarzmarktverkäufe verantwortlich machen«, schreibt Young. »Tourneen machen keinen Spaß mehr.«

Rückerstattungen nach Eklat durch The Cure-Frontman

Seine Kritik reiht sich ein in andere wütende Stimmen. So hatte sich zuletzt Robert Smith , der Frontman von The Cure, mit dem Ticketanbieter angelegt. Nach wütenden Tweets  über die Servicekosten, welche teilweise die eigentlichen Ticketpreise überstiegen, hatte Ticketmaster vielen Fans die Gebühren zurückerstattet.

In einem Versuch, ihre Konzerte bezahlbar zu halten, hatte The Cure außerdem das Dynamic Pricing für ihre Konzerte deaktivieren lassen. Denn allein dies sei »schon Prellerei«, schrieb Smith.

Ticketmaster hat spätestens seit der Fusion mit dem Konzertveranstalter Live Nation in den USA eine monopolähnliche Marktposition inne. Einige Stimmen in der amerikanischen Politik fordern einen Aufbruch des Monopols. Das Justizministerium hat eine entsprechende Untersuchung eingeleitet.

zob

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