Neil Young über Spotify »Verlasst diesen Ort, bevor er eure Seele auffrisst«

Seine Musik hat der Künstler bereits von der Plattform genommen, nun kritisiert er Spotify weiter: Neil Young fordert die Mitarbeiter des Streaminganbieters auf zu kündigen.
Neil Young, hier 2019 bei einem Konzert in London, legt in seinem Streit mit Spotify nach

Neil Young, hier 2019 bei einem Konzert in London, legt in seinem Streit mit Spotify nach

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Dave J Hogan / Getty Images

In seiner Auseinandersetzung mit Spotify lässt Neil Young nicht nach. Auf seiner Homepage forderte der Singer-Songwriter die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Streamingdienstes nun auf, ihre Jobs zu kündigen. Außerdem sollen Kundinnen und Kunden ihr Geld von Großbanken abziehen, um gegen den Klimawandel zu protestieren. »In unserem Kommunikationszeitalter sind Fehlinformationen das Problem. Lasst die Desinformanten fallen«, sagte Young in der Erklärung.

»Ihr habt die Macht, die Welt zu verändern.«

Darin kritisierte Young vor allem den Geschäftsführer der Streamingplattform, Daniel Ek. Dieser sei das Hauptproblem, nicht etwa US-Podcaster Joe Rogan , der mit seinen Ansichten zum Coronavirus eine Kontroverse ausgelöst hatte. Ek ziehe die Strippen. Er sei nur an Zahlen interessiert, nicht an Kunst oder Kreativität. An die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens gewandt, fügte Young hinzu: »Verlasst diesen Ort, bevor er eure Seele auffrisst.« Andere Musikerinnen und Musiker forderte er auf, einen neuen Ort für ihre Musik zu suchen.

Young wünschte sich zudem, dass die Menschen ihr Geld von großen Banken wie Citigroup Inc. oder der Bank of America abheben, um gegen die Finanzierung fossiler Brennstoffe zu protestieren. »Schließt euch mir an, wie ich mein Geld von den Schadensverursachern abziehe, oder ihr seid ungewollt selbst Teil davon«, schrieb er. »Ihr habt die Macht, die Welt zu verändern. Wir können das zusammen machen. Eure Enkelkinder werden euch danken.«

In der Kontroverse um Joe Rogans Podcast auf Spotify war es zunächst um Falschinformationen über das Coronavirus  gegangen, dann kamen Rassismusvorwürfe hinzu. Weil die Kritik am US-Podcaster nicht abriss, hatte sich Spotify-Chef Ek mit einem Brief an seine Mitarbeiter gewandt. Darin verurteilte dieser Rogans Verwendung des N-Wortes und andere gegenüber Schwarzen abfällige Kommentare. Er bleibe aber bei seiner Entscheidung, den Podcaster auf der Plattform zu belassen, weil er alle Arten von Kreativen befördern wolle. Zudem bestätigte Ek, dass Rogan beschlossen habe, mehrere frühere Episoden des Podcasts von Spotify zu entfernen.

Young  und Joni Mitchell hatten zuvor Spotify  verlassen, da sie der Streamingplattform vorwarfen, Falschinformationen über das Coronavirus zu tolerieren und damit Menschenleben zu gefährden. Auch US-Sängerin India Arie sowie Crosby, Stills & Nash schlossen sich dem Boykott an und entfernten ihre Musik von Spotify.

evh/rtr
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