Konzert in Schönefeld »I don't fucking care!« – Nena fordert zu Missachtung von Hygienekonzept auf

Bei einem Auftritt am Berliner Flughafen BER hat Nena ihre Fans dazu aufgerufen, die Coronaregeln des Open-Air-Konzerts zu brechen. Der Veranstalter beendete das Konzert schließlich vor der Zugabe.
Musikerin Nena (bei einem Auftritt in Erfurt im August 2020): »Ich überlasse es eurer freien Entscheidung«

Musikerin Nena (bei einem Auftritt in Erfurt im August 2020): »Ich überlasse es eurer freien Entscheidung«

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Michael Kremer / imago images/Future Image

Am Sonntagabend ist ein Konzert der Sängerin Nena vorzeitig beendet worden. Darüber berichtet der »Tagesspiegel« . Der Auftritt in der Nähe des Flughafens BER in Schönefeld bei Berlin fand in der Reihe »Unter Freiem Himmel« statt. Grund für den Abbruch waren offenbar mehrere Verstöße gegen das Hygienekonzept. So haben zum Beispiel Konzertbesucher keine Masken getragen oder sich nicht an die vorgegebenen Abstandsregeln gehalten.

Mehrfach wurde berichtet, dass das Ordnungsamt das Konzert abgebrochen habe. Das ist laut der Pressestelle des Ordnungsamts Schönefeld allerdings falsch. Die Entscheidung, das Konzert nach dem Hauptprogramm ohne Zugabe zu beenden, habe der Veranstalter getroffen.

Das Publikum sollte sich laut Veranstalterangaben in festgelegten Bereichen aufhalten: »Die Bereiche sind klar abgegrenzt und die Sicherheitsabstände unbedingt einzuhalten«, heißt es in einem FAQ zu der Konzertreihe . Es gab aus Cola-Kisten gebaute sogenannte »Boxen«, in denen sich die Besucher hätten aufhalten sollen.

Mehrfach soll Nena während des Konzerts die Besucher aufgefordert haben, näher zur ihr an die Bühne zu rücken, heißt es in dem Zeitungsbericht. Ordnerinnen und Ordner hätten immer wieder versucht, dem Einhalt zu gebieten.

Nena forderte laut »Tagesspiegel« trotzdem weiterhin alle auf, sich ihr zu nähern. Schließlich sagte sie: »Mir wird hier gedroht, dass sie die Show abbrechen, weil ihr nicht in eure Boxen geht«. Und weiter: »Ich überlasse es in eurer Verantwortung, ob ihr das tut oder nicht, das darf jeder frei entscheiden. Genauso wie sich jeder frei entscheiden kann, ob er sich impfen lässt oder nicht!«

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In auf Twitter veröffentlichten Videos vom Konzert sieht man, dass die Sängerin keine Anstalten machte, sich an die Regeln der Veranstaltung zu halten. Später ruft sie von der Bühne: »Also schaltet den Strom aus oder holt mich mit der Polizei hier runter – I don't fucking care! Ich hab die Schnauze voll!« Das Publikum applaudiert. Die Sache werde »politisiert«, das fände sie »vollkommen ätzend« – und verwies darauf, dass es am Vortag beim Christopher Street Day okay gewesen sei, »dass 80.000 Leute eng aneinander auf der Straße waren«.

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Kurz vor Ende des Konzerts wurde die Veranstaltung schließlich beendet. Die übliche Zugabe durfte nicht gespielt werden. Der »Tagesspiegel« berichtet, dass sich Nenas Partner Philipp Palm noch mit einigen offenbar beschwichtigenden Worten ans Publikum gewendet habe.

Die Sängerin hatte schon früher mit Äußerungen und Posts Aufsehen erregt, die auf eine gedankliche Nähe zur »Querdenker«-Bewegung schließen ließen. So schrieb sie etwa »Danke Kassel«, nachdem zu einer »Querdenken«-Veranstaltung im März mehr als 20.000 Teilnehmer in die nordhessische Stadt gekommen waren.

nga
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