Legendäre britische Musikzeitung "NME" stellt Printausgabe ein

Von den Beatles bis Oasis: Der "New Musical Express", kurz "NME", begleitete die britische Popmusik wie keine andere Zeitung. Jetzt sollen Artikel nur noch digital erscheinen.
NME-Lieblinge Oasis bei einem Konzert im Jahr 1996

NME-Lieblinge Oasis bei einem Konzert im Jahr 1996

Foto: TODD ROSENBERG/ ASSOCIATED PRESS

Ohne die publizistische Wucht des "New Musical Express" (NME) wäre die Geschichte der britischen Popmusik wahrscheinlich anders verlaufen. Die Beatlemania in den Sechzigerjahren wurde von der wöchentlich erscheinenden Musikzeitung ebenso euphorisch begleitet wie der Durchbruch des Punk mit den Sex Pistols und The Clash in den Siebzigern oder der des Britpop mit Blur und Oasis in den Neunzigern.

Das großformatige Heft bestimmte über viele Dekaden, was popmusikalisch relevant ist. Und was nicht. Der Einfluss wurde von Künstlern deshalb auch immer wieder argwöhnisch beobachtet: In Musikerkreisen sprach man das Kürzel "NME" gelegentlich wie "enemy" - Feind - aus.

In den letzten 20 Jahren ließ die Macht des 1952 gegründeten Blattes aber stetig nach. Jetzt wurde bekannt, dass die Printversion des "NME" eingestellt werden soll. Die am Freitag erscheinende nächste Ausgabe werde auch die letzte sein. Das teilte der Verlag Time Inc. UK am Mittwoch mit. Digital werde die Marke aber weiter bestehen bleiben.

cbu
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