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Gerüchte um Oasis-Reunion: Liga der größenwahnsinnigen Rock-Entertainer

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Tweets von Liam Gallagher Die Rückkehr von O - A - S - I - S

Kann das sein? Eine Wiedervereinigung der offiziell zerzankten Brit-Popper von Oasis? Liam Gallagher höchstpersönlich hat die Gerüchte auf Twitter angeheizt. Die Fans sind euphorisch. Nur der Entdecker der Band, Alan McGee, gibt den Spielverderber.

Auch im Pop liegt die Wahrheit immer bei den Buchmachern, denn wenn die keine Wetten mehr annehmen, verdichten sich Gerüchte meist zu Tatsachen. Wenn nun also die großen Buchmacher von Ladbrokes seit einigen Stunden keine Wetten mehr darauf annehmen, dass die offiziell zerzankten Brit-Popper von Oasis in diesem Sommer beim Glastonbury Festival auf einer Bühne stehen könnten, sollten sich Interessierte zackig um Tickets bemühen.

Schuld an dem Trubel ist Sänger Liam Gallagher, der twitterte am Donnerstagabend zwischen 18.30 und 21 Uhr in fünf Tweets fünf Buchstaben, die am Stück "O A S I S" ergaben - und jagte dann ein finales "OASIS LG" hinterher . Wumms - schon bebten die sozialen Netzwerke mit Zehntausenden Meldungen und Weiterleitungen. "If Oasis got back together I would sell my vital organs for tickets", twitterte eine "Lily" , was die mit den Gerüchten einhergehende Euphorie ganz gut zusammenfasst.

Seit einer finalen Prügelei der ewig streitenden Gebrüder Liam und Noel Gallagher in Paris vor fünf Jahren sind Oasis Geschichte. Die grummeligen Working-Class-Lads aus Manchester waren neben Blur die Hauptdarsteller im Britpop-Zirkus der Neunziger. Von Kritikern wurden Oasis zwar lange als prollige Beatles-Klone belächelt, sie waren aber spektakulär erfolgreich. Mit 22 Hits wie etwa "Wonderwall" am Stück in Großbritannien bekamen sie einen Eintrag im "Guinness-Buch der Rekorde", begleitend dazu setzten sie fast 80 Millionen Tonträger ab, was sie zu einer der erfolgreichsten britischen Bands aller Zeiten macht.

Liga der größenwahnsinnigen Rock-Entertainer

Obwohl ihre letzten Alben selbst von Fans eher mäßig begeistert aufgenommen wurden, waren Oasis zur Zeit ihres Abgangs immer noch eine der größten Bands des Vereinigten Insel-Königreichs. Vor allem ihre Konzerte galten als zuverlässige Spektakel, was dazu beigetragen haben mag, dass sich ein großes Publikum nach der Rückkehr der Band sehnt.

Außerdem war Oasis die letzte große britische Band aus der Liga der größenwahnsinnigen, großmäuligen Rock-Entertainer. Als "Bettnässer-Rock" ordnete Oasis-Entdecker und Labelgründer-Superstar Alan McGee stellvertretend für viele nachgewachsene Bands die erfolgreichen Kollegen von Coldplay ein.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE sagte McGee nun: "Noel veröffentlicht nächstes Jahr eine Soloplatte und will damit auf Tournee. Ich sehe also wenig Chancen, dass sich Oasis in unmittelbarer Zukunft reformieren." Bemerkenswert ist allerdings, dass McGee, der besonders innig mit Noel befreundet ist, in den vergangenen Tagen via Facebook aktuelle Fotos von sich und Liam einstellte.

"Eine Reunion? Nur über meine Leiche"

Fest steht, dass Noel Gallagher mit seinen High Flying Birds und ganz besonders Liam Gallagher mit Beady Eye kaum an die Oasis-Triumphe anschließen konnten. So ließ der ehemalige Oasis-Sänger Liam zuletzt auf die dauerhafte Frage nach einer Reunion schon mal durchblicken, dass er sich wieder vertragen möchte. Nur Ex-Band-Chef Noel zeterte bis zuletzt, dass eine Reunion nur über seine Leiche vorstellbar sei. Aber was schert Rocker ihr Geschwätz von gestern?

Nun jährt sich 2014 die Veröffentlichung des Debütalbums von Oasis, "Definitely Maybe", zum 20. Mal. So wären Feierlichkeiten jenseits der üblichen CD-Neuauflagen vorstellbar. Zudem ist das Glastonbury Festival bekannt für Überraschungsgäste der gehobenen Liga.

Letztlich aber sind die Brüder Gallagher vor allem bauernschlaue Geschäftsleute. Arbeiten müssen zwar nicht mal mehr die Urenkel der beiden, aber die Multimillionen, die Reunion-Konzerte in ihre Kassen spülen könnten, reizen die Gallaghers garantiert. Zudem lieben beide Superlative. Die eher bescheidenen Hallen, in denen sie zuletzt mit ihren B-Bands aufspielten, müssen sie deprimiert haben.

Vergangene Woche wurde am "Record Store Day" die Oasis-Debütsingle "Supersonic" vom April 1994 neu aufgelegt. Da singt Liam die schöne Zeile: "I'm feeling supersonic, give me Gin and Tonic". Dazu würde ein Auftritt in Glastonbury im August perfekt passen. Wetten?

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