Sixties-Popstar Paul Revere von den Raiders gestorben

Sein erster großer Hit warnte vor Drogen, auf Platz eins kam er mit einem Indianer-Song: Bandleader Paul Revere war mit den Raiders ein US-Popstar zur Hochzeit des britischen Beat. Nun ist der Musiker mit 76 Jahren gestorben.

Paul Revere bei einem Auftritt 2011: Amerikas Antwort auf die British Invasion
Getty Images

Paul Revere bei einem Auftritt 2011: Amerikas Antwort auf die British Invasion


"Girl, you better get straight" - so lautete die entscheidende Zeile von "Kicks", dem ersten Song, mit dem Paul Revere & The Raiders 1966 in die Top Ten der US-Singlecharts vordrangen. "Ein toller Song", befand Jahre später der berühmte Musikkritiker Greil Marcus, "so gut, dass er seine eigene Message (es war ein Lied gegen Drogensucht) gleich wieder plattwalzte - das Stück lieferte genau das, wogegen es vorgeblich protestierte."

Paul Revere kam 1938 in Nebraska zur Welt und leitete als ganz junger Mann schon Hamburger-Restaurants in Idaho. Doch seine Band gründete der Keyboarder im Bundesstaat Oregon. Dort, in Portland, nahmen Paul Revere & the Raiders 1963 einen Song namens "Louie Louie" auf, in der selben Woche im selben Studio wie auch eine andere Band, The Kingsmen, die damit einen Welthit hatten.

Doch Paul Revere & the Raiders wurden trotzdem zu so etwas wie einer US-amerikanischen Antwort auf die British Invasion der Beatbands in den Sechzigerjahren. Mit "Kicks" oder "Hungry" hatten sie Singlehits, vier Alben schafften es zwischen 1965 und 1967 in die Top Ten, alle produziert von Terry Melcher. Zu den Studiomusikern darauf zählten Ry Cooder, Van Dyke Parks oder Leon Russell.

Das Markenzeichen der Band waren Uniformjacken und Hüte aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - sie hatten kein Problem damit, als Partyband zu gelten. Der größte Hit gelang 1971, als die Band ihren Namen auf The Raiders verkürzt hatte. Dafür war der Titel ihres Nummer-eins-Hits umso länger: "Indian Reservation (The Lament of the Cherokee Reservation Indian)".

Danach wurde es deutlich ruhiger um die Band. Zuletzt trat Paul Revere mit seinen Hits auf dem Mississippi-Dampfer "African Queen" auf - immerhin der größte seiner Art.

Am Samstag ist Revere im Alter von 76 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben. "Die Welt wird deutlich weniger lustig, menschlich und liebenswürdig ohne Paul Revere", schrieb die Band am Sonntag auf ihrer Homepage.

feb/dpa/AP

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