Peanuts-Musik Walzer für große Kürbisse

Das beste an den TV-Filmen der Peanuts war schon immer die Musik. Der amerikanische Jazz-Pianist David Benoit hat nun eine CD mit alten und neuen Liedern für Charlie Brown und Co. eingespielt.


An einem sonnigen Nachmittag Anfang der sechziger Jahre hörte der Fernsehproduzent Lee Mendelson im Auto auf der Golden Gate Bridge genau die Musik, nach der er lange gesucht hatte: eine Jazz-Melodie, instrumental, elegant, verspielt und cool.

Benoit-CD: Erfreulich gelungen

Benoit-CD: Erfreulich gelungen

Der Radiomoderator verkündete, dass ein gewisser Vince Guaraldi dafür verantwortlich sei, Mendelson organisierte sich umgehend dessen Telefonnummer und engagierte den Pianisten, um für Charlie Brown, Lucy, Snoopy, Linus und all die anderen Peanuts-Helden zu komponieren.

Die überwiegend aberwitzig schönen Melodien, die Vince Guaraldi, ein Exzentriker mit sagenhaftem Schnurrbart, gewaltigen Koteletten und angemessen gigantischen Brillen für siebzehn Peanuts TV-Specials in den sechziger und siebziger Jahren beisteuerte, sind beinahe so legendär wie die Comic-Figuren geworden: beschwingte Klavier-Jazz-Instrumental-Songs, an denen Kinder so viel Spaß haben wie Erwachsene. Der große Guaraldi verschied überraschend 1976, als sein Herz in einem Hotelzimmer zwischen zwei Auftritten zu Schlagen aufhörte, er war 47.

Nachgewachsene Generationen von Popmusikern wie die Briten von Saint Etienne – die sich mit dem Song "Schroeder" vor Guaraldi verneigten – haben sich immer wieder für die alten Peanuts-Musiken begeistert. Auch der amerikanische Jazz-Pianist David Benoit entdeckte als Teenager die Peanuts-Fernseh-Hits und stieg vom Fan zum "musikalischen Direktor" der Peanuts-TV-Serie auf.

Auf seinem nun veröffentlichten Album "Jazz for Peanuts" präsentiert Benoit eine Retrospektive alter Peanuts-Melodien, darunter aufgepimpte Guaraldi-Klassiker wie "Linus and Lucy", "You're in love Charlie Brown" und "The Great Pumpkin Waltz", aber auch frischere Peanuts-Stücke von Jazz-Meistern wie Dave Brubeck, Wynton Marsalis oder Dave Grusin. Das ist überwiegend so erfreulich gelungen, dass nicht mal der Fahrstuhl-Tröter Kenny G weiter stört.

Für Liebhaber der Vince-Guaraldi-Musiken empfiehlt sich ein Besuch auf der Website, wo Sohn David einige feine CDs mit raren Peanuts-Rumpelkammer-Arbeiten seines Vaters zum Erwerb anbietet.


CD David Benoit: "Jazz for Peanuts" (Universal).

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insgesamt 2 Beiträge
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Motorpsycho 06.02.2009
1. Kein Weihnachten ohne Vince Guaraldi
Ein Weihnachten ohne "A Charlie Brown Christmas" ist für uns nicht mehr vorstellbar. Die Musik ist ein zeitloser Klassiker, welcher auch ohne die Peanuts funktioniert, mit diesen aber nahezu perfekt harmoniert. Warum man sich dann in den Kaufhäusern und im Radio trotzdem immer "Last Christmas" antun muss, bleibt mir unverständlich...
Lena Stern 06.02.2009
2. forever
Zitat von MotorpsychoEin Weihnachten ohne "A Charlie Brown Christmas" ist für uns nicht mehr vorstellbar. Die Musik ist ein zeitloser Klassiker, welcher auch ohne die Peanuts funktioniert, mit diesen aber nahezu perfekt harmoniert. Warum man sich dann in den Kaufhäusern und im Radio trotzdem immer "Last Christmas" antun muss, bleibt mir unverständlich...
Ganz meine Meinung, ich kann es manchmal kaum erwarten :) Dass allerdings die Musik das Beste an Peanuts-Filmen ist, kann ich nicht unwidersprochen lassen! Und ich finde, dass man sich den Kauf der neuen Platte sparen kann. Wozu das gute Alte "aufpimpen", naja vielleicht was für MTV-Liebhaber? (habe mir die Platte übrigens angehört)
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