Pierre Henry Pionier der "musique concrète" gestorben

Mit seinen Klangcollagen beeinflusste Pierre Henry maßgeblich die Entwicklung der modernen Musik. Nun ist der Komponist, der auch als "Großvater der Techno" bezeichnet wurde, mit 89 Jahren verstorben.
Pierre Henry

Pierre Henry

Foto: STEPHANE DE SAKUTIN/ AFP

Pierre Henry, ein Wegbereiter der elektroakustischen Musik, ist tot. Der französische Komponist starb in der Nacht zum Donnerstag im Alter von 89 Jahren in Paris, wie die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf seine Assistentin meldete.

Henry gilt als ein Pionier der "musique concrète" (konkreter Musik), die aus Kompositionen vorab aufgenommener Klänge besteht und dabei auch Alltags-Geräusche verwendet. Öfters wurde er auch neben Karlheinz Stockhausen als "Großvater des Techno" bezeichnet.

Henry war 1927 in Paris zur Welt gekommen. Nach einem klassischen Musikstudium träumte er davon, "die Musik zu zerstören". In seinem programmatischen Text "Um an eine neue Musik zu denken" schrieb er: "Wir müssen unverzüglich eine Richtung einschlagen, die zum rein Organischen führt."

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Mit dem französischen Ingenieur und Musiker Pierre Schaeffer schuf er 1950 die "Sinfonie für einen einzigen Musiker" ("Symphonie pour un homme seul"), die als Gründungsakte der "musique concrète" gilt: Das Werk hatte keine Partitur, sondern setzte sich allein durch Klänge zusammen, die durch Schallplatten übertragen wurden.

Henry komponierte zudem auch Ballett- und Filmmusik. Mit dem Song "Psyché Rock" aus dem Werk "Messe pour le temps présent" (1967) wurde Henry einem größeren Publikum bekannt. Das Lied wurde später von Fatboy Slim im Rahmen eines Hommage-Albums zu Henrys 60. Geburtstag geremixt und zum Titelsong der Animationsserie "Futurama" erkoren.

hpi/dpa

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