Belästigungsvorwürfe gegen Startenor Salzburger Festspiele halten an Plácido-Domingo-Auftritten fest

Nachdem Plácido Domingo sexuelle Belästigung vorgeworfen wurde, sind in den USA Konzerte des Opernsängers abgesagt worden. In Österreich will man hingegen abwarten.
Plácido Domingo: Unterstützung aus Österreich

Plácido Domingo: Unterstützung aus Österreich

Foto: Bernat Armangue/ AP

Die Salzburger Festspiele wollen Plácido Domingo wie geplant bei zwei konzertanten Aufführungen der Verdi-Oper "Luisa Miller" am 25. und 31. August singen lassen. Nach Vorwürfen sexueller Übergriffe gegen den spanischen Opernstar hatten US-Kulturinstitutionen erste Konsequenzen gezogen.

Die Oper in San Francisco sagte ein für den 6. Oktober geplantes Konzert mit Domingo ab. Das Philadelphia Orchestra zog die Einladung zum Eröffnungskonzert am 18. September zurück. Domingo hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

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In Salzburg will man mit den Vorwürfen anders umgehen als die US-Häuser: "Ich fände es sachlich falsch und menschlich unverantwortlich, zum derzeitigen Zeitpunkt endgültige Urteile und darauf beruhende Entscheidungen zu fällen", sagte Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler laut einer Mitteilung. "Ich kenne Plácido Domingo nun seit über 25 Jahren. Zu seiner künstlerischen Kompetenz hat mich von Anfang an sein wertschätzender Umgang mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Festspiele beeindruckt."

Auch die Wiener Staatsoper will vorerst abwarten, sich nach den Theaterferien ausführlich mit der Thematik befassen, Gespräche führen und erst dann Entscheidungen treffen, teilte das Haus der österreichischen Nachrichtenagentur APA mit. Domingo ist in diesem Jahr noch für drei Auftritte in der Staatsoper angekündigt, außerdem soll er dort am 20. Oktober im Rahmen der Europäischen Kulturpreisgala ausgezeichnet werden.

"Die Anschuldigungen dieser ungenannten Personen, die bis zu 30 Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend und - so wie sie dargestellt werden - unzutreffend", hatte der 78-jährige Domingo auf die Vorwürfe reagiert. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP haben mehrere Sängerinnen und eine Tänzerin Domingo sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Die Frauen berichteten demnach von Umarmungen, von Küssen auf den Mund, von nächtlichen Telefonanrufen und davon, dass Domingo auf private Treffen gedrängt habe.

Der Weltverband der Phonoindustrie, IFPI, hat eine eigenständige Untersuchung des Falles angekündigt . Der Dachorganisation der Tonträgerunternehmen steht Plácido Domingo seit 2011 als ehrenamtlicher Vorsitzender  vor.

feb/dpa
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