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Pop!: Bahn frei!

Foto: Neil Mockford/ Getty Images

Pop! Bahn frei!

Was machen Popstars eigentlich, wenn sie nicht auf der Bühne stehen? Amy Winehouse entwirft Mode, Robbie Williams forscht nach UFOs, und Ronnie Wood sammelt Briefmarken. Die meisten Musiker aber sind begeisterte Modelleisenbahner. Wirklich abgefahren.

Neil Young

Rod Stewart

Ein Zug nach Nirgendwo
Was haben , Frank Sinatra, Johnny Cash, Bruce Springsteen und gemeinsam? Musikalisch nicht viel, aber daheim, wenn die Show vorbei und die Haustür verriegelt ist, eint sie alle dasselbe Hobby: eine Begeisterung für Spielzeugeisenbahnen. Der amerikanische Online-Dienst "Spinner" veröffentlichte gerade eine Liste  mit den Freizeitaktivitäten berühmter Musiker, die zwar unvollständig und manchmal halbwahr ist, aber sehr unterhaltsam.

Dass Rod - The Mod - Stewart neben Fußball, Blondinen und ein wenig Musik noch Zeit für Modelleisenbahnen hat, ist erstaunlich, dass er "Rock's biggest model train superfan" (Spinner) ist, darf bezweifelt werden. Denn was die Liebe zu Miniaturzügen betrifft, kann wohl kein Musiker Neil Young die Schienen reichen. Der unwirsche Rock-Held hat auf seiner Ranch eine Scheune mit einer gigantischen Miniatur-Eisenbahn-Anlage, wo er mit Sohn Ben jede freie Minute verbringt.

Märklin

Young sammelt seit seiner Kindheit Lionel-Trains, die amerikanische Version von , legt sich neben richtige Zuggleise, um authentische Zuggeräusche aufzunehmen, fährt regelmäßig inkognito zur Spielzeugmesse nach Nürnberg, hält Patente für selbst entwickelte Fernbedienungen und Kupplungen und kaufte sich sogar bei Lionel als Minderheitsgesellschafter ein.

Frankie Boy Sinatra

Entspannter und praktischer lebte seinen Mini-Zug-Tick aus. Mit der Eisenbahnanlage, die sich in seinem Anwesen in Palm Springs über mehrere Räume erstreckte, ließ er auf Partys bevorzugt Drinks durchs Haus tuckern.

Phil Collins

dagegen vertreibt sich die Zeit mit dem Studium der sagenumwobenen Schlacht bei Alamo und plant sogar, ein Buch darüber zu schreiben. Blur-Bassist Alex James fabriziert Käse, der nicht so schlecht sein kann, immerhin zählt Prinz Charles zu seinen Kunden. Super-Gitarrist Steve Vai hält sich Bienen, Meister-Produzent Rick Rubin ist Magier, Robbie Williams forscht nach unbekannten Flugobjekten, die Sparks sammeln Pez-Bonbon-Boxen und Michael-Jordan-Sneakers, Who-Sänger Roger Daltrey und Jethro-Tull-Flöter Ian Anderson züchten Forellen und Outkast-Rapper Big Boi Kampfhunde, Kelley Deal von The Breeders hat ein Strickbuch veröffentlicht, und der wilde Frauenheld Ronnie Wood widmet sich in seinen entspannteren Momenten seiner Briefmarken-Kollektion.

Im Dunkel der Seele
Vor einiger Zeit sorgten Brian Burton, alias Danger Mouse, und Mark Linkous, alias Sparklehorse, für einiges Aufsehen, als sie ihr aufwendig produziertes Werk "Dark Night of The Soul" - eine tolle Liedsammlung mit prominenten Gästen wie Iggy Pop, David Lynch, The Flaming Lips und Suzanne Vega - nach Urheberrechtszank mit dem Konzern EMI verärgert zurückzogen. Seitdem gelangten die Songs auf rätselhafte Weise ins Netz und fanden auf vielen Festplatten eine Heimat. Überraschend kam nun doch die Einigung mit der EMI, wie Danger Mouse  in einem Interview berichtete. Im Sommer soll "Dark Night of The Soul" ganz regulär als Tonträger in die Läden kommen. Die tragische Nachricht ist, dass Mark Linkous das nicht mehr erlebt. Der depressive, hochbegabte Künstler setzte seinem Leben am 6. März ein Ende. Friede seiner dunklen Seele!

Björk

Musical für Museen
Auch die Isländerin Guðmundsdottir und der Franzose Michel Gondry bereiten eine neue Kollaboration vor. Die beiden kennen sich bestens, produzierten gemeinsam spektakulär versponnene Video-Clips für Björk-Songs wie "Bachelorette", Army of Me", "Hyperballad", "Human Behaviour" und "Isobel". Gondrys Offerte, in seinem Kinofilm "The Science of Sleep" mitzuwirken, schlug die exzentrische Künstlerin aus. Nun haben sie für ein "wissenschaftliches Musical" wieder zusammengefunden, verriet Gondry. Ein Film, der um die vierzig Minuten dauern soll und "auch in Museen" laufen könnte.

Abgetanzt
Peter Hook gehört zu den prägenden Figuren der jüngeren britischen Popmusik. Als Party-Monster war er berüchtigt, als Bassist für Joy Division und New Order wurde er berühmt. Weil sich bei letztgenannter Band gerade mal wieder alle nicht grün sind, hat "Hooky" ein Buch geschrieben, das "The Hacienda - How not to run a club" heißt, sehr, sehr amüsant ist und in Großbritannien zum Hit wurde. Jene Hacienda war die Discothek, die New Order in den achtziger Jahren in Manchester mitbetrieben: ein legendenumwobener Laden, der als heiliger Boden europäischer Club-Kultur gilt, als Brutstätte des Acid House gefeiert wird und als Ort wilder Drogen-Gangster-Exzesse berüchtigt war. Wie also The Hacienda mit Rasanz in den Ruin gewirtschaftet wurde und was dort im Verborgenen ablief, steht in Peter Hooks Buch.
Im April geht er damit in Großbritannien auf Lesetournee , wird ein wenig am Bass zupfen, Platten auflegen, Filme zeigen und auch Anekdoten vortragen, die sein Anwalt lieber nicht im Buch sehen wollte. Unterhaltsame Abende sind garantiert.

Amy Winehouse

Fred & Amy
Weil ihr neue Musik zurzeit zu stressig zu sein scheint, hat auf die Schnelle eine Kollektion  für die britische Mod-Traditionsmarke "Fred Perry" entworfen. Ein Hobby, dem dort vor ihr bereits Kollegen wie Paul Weller und Terry Hall von The Specials nachgingen. Die Preise für die guten Stücke liegen zwischen 22 und 100 Pfund.

Wu-Tang-Stars
Sie wollen Rapstar werden? Sich aber nicht durch erniedrigende TV-Shows quälen? Sondern gleich oben anfangen? Kein Problem! Vorausgesetzt, Sie haben einen US-amerikanischen Pass, sind zwischen 18 und 33 Jahren alt und überzeugen die Verantwortlichen vom Wu-Tang-Clan-Management von ihrem rhythmischen Potential. Die suchen nämlich nach frischem Nachwuchs, jungen "Generals", um die HipHop-Veteranen-Gang  aufzumöbeln. Viel Glück! Yo!

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