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Pop!: Der Frauenflüsterer

Foto: ? Kieran Doherty / Reuters/ REUTERS

Pop! Der Frauenflüsterer

Der Regisseur Martin Scorsese hat einen Dokumentarfilm über den "Stillen Beatle" Georg Harrison gedreht. Kate Bush überrascht mit der zweiten Platte in einem Jahr. Und die längsten Plattentitel aller Zeiten sind in einer Liste zu bestaunen.

Das Leben des George

George Harrison galt stets als der "Stille Beatle", was sicherlich auch dazu führte, dass er lange sträflich unterschätzt wurde. Immerhin schrieb er Beatles-Klassiker wie "Here Comes The Sun", "Something" und "While My Guitar Gently Weeps" und legte später mit "All Things Must Pass" das vielleicht beste aller Beatles Solo-Alben nach. Bekannt ist auch, dass er Lennon und McCartney mit indischer Musik und Kultur vertraut machte. Weniger rumgesprochen hat sich dagegen, dass es Harrison war, der einsprang und einen Kredit auf sein Haus aufnahm, als sich keiner traute, den Monty-Python-Film "Das Leben des Brian" zu finanzieren.

Menschen, die sich etwas mehr für den vor zehn Jahren verstorbenen George Harrison begeistern, dürfte es interessieren, dass Martin Scorsese die Dokumentation  "Living in the material World" über den "Stillen Beatle" gedreht hat. Ein Film, der spannend werden könnte, weil er das Bild des braven, lieben Beatle zu korrigieren scheint. Für die Seriösität sorgt hier auch Olivia Harrison - die Witwe -, die das Werk als Produzentin betreute und Scorsese unbeschränkten Zugang zum Familien-Archiv gewährte. Zudem plaudern viele Harrison-Kumpels und Kollegen aus dem Nähkästchen, beispielsweise die Produzenten Phil Spector und Sir George Martin. Außerdem Eric Clapton und natürlich Paul McCartney und Ringo Starr. Die große Neuigkeit ist, dass Harrison längst nicht so still war wie gemeinhin angenommen und den Frauen ziemlich nachgestellt haben soll. "Er mochte die Frauen, und die Frauen mochten ihn", sagt die Witwe und bestätigt, dass Harrison nicht viel von ehelicher Treue hielt.

Dazu plaudert Eric Clapton Anekdoten über Frauentausch aus. "Er mochte halt, was Männer so mögen", ergänzt Sir Paul McCartney dezent. Am 5. und 6. Oktober läuft der Scorsese-Film in den USA bei HBO. Später im Jahr soll er weltweit auf DVD erscheinen.

Lebenszeichen von Lennon

Für Beatles-Verehrer, die sich auch für alle musizierenden Verwandten der Fabelhaften Vier begeistern können, ist es wohl aufregend, dass am 3. Oktober mal wieder ein Album von Julian Lennon erscheint. "Everything Changes" heißt sein erstes musikalisches Lebenszeichen seit 13 Jahren. Er würde nervös, wenn er nicht ab und zu mal Musik mache, behauptet der 47-Jährige, der seinem Vater immer noch gespenstisch ähnelt. Die regelmäßigen Gerüchte um Duette mit seinem kleinen Stiefbruder Sean Ono Lennon wiegelt er ab: "Alles Quatsch! Sorry!"

Arbeitseifer

Für Kate Bush ist es normal, nur alle zehn Jahre oder so neue Platten zu veröffentlichen. Zur Zeit scheint sie von großem Tatendrang beseelt zu sein. Nachdem im Mai, nach gewohnt langer Auszeit, ihr halbneues Werk "Director's Cut" (überarbeitete alte Songs) erschien, hat sie nun für den 21. November ein nigelnagelneues Album namens "50 Words for Snow" in Aussicht gestellt. Details sind ihrer Webseite  zu entnehmen. Jetzt fehlt nur noch, dass Bush ihre erste Tournee seit mehr als dreißig Jahren ankündigt.

Klein Whitney

Whitney Houston ist angeblich mal wieder in einer Entzugsklinik, weil ihre Auftritte zuletzt nur noch für Mitleid sorgten. Dafür meldet sich nun ihre 17-jährige Tochter Bobbi Kristina Brown, die bislang auch nur durch Drogeneskapaden für Schlagzeilen sorgte, als Sängerin. In einem selbstaufgenommenen Clip  trällert das Kind ungelenk, aber gar nicht so schlecht, einen Song von Adele.

Zungenbrecher

Jemand mit zu viel Zeit hat eine lustige Liste  mit den zehn längsten Album-Titeln aller Zeiten zusammengestellt. Von T Rex bis Marnie Stern. Auf Rang drei liegt die Fiona Apple mit:

When the Pawn Hits the Conflicts He Thinks Like a King What He Knows Throws the Blows When He Goes to the Fight and He'll Win the Whole Thing Fore He Enters the Ring There's No Body to Batter When Your Mind Is Your Might So When You Go Solo, You Hold Your Own Hand and Remember That Depth Is the Greatest of Heights and If You Know Where You Stand, Then You'll Know Where to Land and If You Fall It Won't Matter, Cuz You Know That You're Right.

Gewonnen haben Chumbawamba mit einem Album aus dem Jahr 2008, dessen Name 158 Worte umfasst, weshalb wir in dieser KulturSPIEGEL-Tageskarte nur den Anfang zitieren, der einen aber auch schon ins Nachdenken bringen kann: "The Boy Bands Have Won, and All the Copyists and the Tribute Bands and the TV Talent Show Producers Have Won, If We Allow Our Culture to Be Shaped by Mimicry, Whether From Lack of Ideas or From Exaggerated Respect."

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