Pop! "Dracula"-Star Christopher Lee macht jetzt Metal

An dieser Stelle präsentiert KulturSPIEGEL-Autor Christoph Dallach künftig regelmäßig seltsame Neuigkeiten aus dem Popuniversum. Dieses Mal unter anderem: Dracula-Mythos Christopher Lee behauptet, Karl der Große sei sein Vorfahre - und ehrt ihn mit einer Metal-Platte.
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Bizarre Popnews: Christopher Lee als Metal-Star

Foto: Vittorio Zunino Celotto/ Getty Images

Christopher Lee macht Metal
Der Brite Christopher Lee, der einst als Dracula berühmt wurde und zuletzt als böser Zauberer Saruman beim "Herrn der Ringe" auftrumpfte, will am 15. März ein Metal-Album veröffentlichen. In einer Video-Ansprache  an getreue Fans kündigt er weißbärtig aus einem orangefarbenen Sessel heraus die "Symphonic Metal"-Platte "Charlemagne: By the Sword and the Cross" an. Mit einem Heer von Gastsängern will der 87-Jährige nicht weniger als singend die Geschichte Karls des Großen, mit dem er verwandt sein will, als Konzept-Album umsetzen. Wuchtige Sounds soll der Italiener Marco Sabio beisteuern, der bereits Rockern wie Kylie Minogue und Take That zur Hand ging. Altmeister Lee, der immerhin Erfahrung als Gast bei den lauten Jungs von Manowar sammelte, verspricht seinen Getreuen nicht weniger als eine "Sensation".

The Who

Pete Townsend

Pete Townsend beim Super Bowl
Ein gewaltigeres Publikum als beim Super-Bowl-Finale der amerikanischen Football-Saison findet man kaum. Bis zu hundert Millionen Menschen schauen zu, und so wichtig wie das Spiel ist die Halbzeit, in der stets ein großer Show-Zirkus aufgefahren wird. Am 7. Februar in Miami sollen auch die Brit-Rock-Veteranen von auftreten, die eigentlich nur noch aus Sänger Roger Daltrey und Gitarrist bestehen. Das wollen nun amerikanische Kinderrechts-Organisationen wie "Protect our Children" verhindern, denn Townsend musste 2003 eingestehen, sich mit seiner Kreditkarte Zugang zu einer texanischen Kinderporno-Webseite erkauft zu haben. Er behauptete, eigene Erfahrungen für seine Autobiografie aufgearbeitet zu haben und wurde nicht verurteilt. Trotzdem solle man ihm nun die Einreise in die USA verweigern, fordern die Gruppen. Es bleibt die Frage, wo die Protestler waren, als The Who in den letzten Jahren ausgiebig in Amerika Konzerte absolvierten? Und hätte man den selben Wirbel um einen Super-Bowl-Auftritt von Kinderfreund Michael Jackson gemacht?

Stephen King

Theater-Musical von Stephen KingNeben den Telefonbuch-dicken Romanen, die im Wochentakt rauszuhauen scheint, hat er nun auch noch eine Art Theater-Musical produziert. "Ghost Brothers of Darkland County" entstand in Zusammenarbeit mit John Mellencamp. An Bord sind Profis wie Kris Kristofferson, Elvis Costello, Sheryl Crow, Neko Case, Roseanne Cash und King selbst. Erscheinen soll die Geschichte um "häuslichen Aufruhr" demnächst als Buch mit Doppel-CD mit Text und Liedern, sowie als einzelnes Album mit ausschließlich Musik unter der Regie von Meister-Produzent T-Bone Burnett. John Mellencamp verrät, das Projekt sei wie eine "alte Radio-Show mit Musik".

Bono

U2 für Abonnenten
Der irische Rocksänger Paul David Hewson, der sich immer noch nennt, bejammerte in letzter Zeit den nicht ganz so durchschlagenden Erfolg des letzten U2-Albums "No Line on the Horizon". Jüngst verteufelte er noch mal leidenschaftlich alle Runterlader illegaler Dateien und forderte staatliche Unterstützung im Kampf gegen Filesharing. Wer allerdings der kontrollierten Online-U2-Gemeinde für 50 Dollar pro Jahr beitritt, soll belohnt werden. Ende Januar wird an alle "qualifying subscribers" die exklusive und selbstverständlich "limitierte" Remix-CD "Artificial Horizon" verschickt. Die enthält 13 Remixe von Profis wie Trent Reznor (Nine Inch Nails) und David Holmes. Ob die Lieder vorher schon von Kriminellen umsonst im Netz verteilt werden, bleibt abzuwarten.

Jay-Z

Jay-Z will Hochzeitsmusik machen
HipHop-Unternehmer hat dem Kollegen Robbie Williams angeboten, auf dessen angeblich anstehender Hochzeit zu singen: "Nach den Reden würde ich schnell ein paar Lieder aufführen, als Hochzeitsgeschenk sozusagen." Als Austragungsort schlug der Gatte von Sängerin Beyoncé lässig die Dominikanische Republik vor, wo er neulich seinen 40. Geburtstag beging. Und überhaupt sei Beyoncé ein super Organisationstalent und Robbie und seine Freundin könnten ja mal zum Essen vorbeischauen, dann könne man gemeinsam alles planen.

Jackson-Song von Lenny Kravitz
Eigentlich erstaunlich, dass in diesen angeblich so durchlässigen, modernen Zeiten kaum unveröffentlichte Lieder von Michael Jackson durchs Internet geistern. Denn sicher ist, dass es davon eine Menge geben muss, das haben zahlreiche Kollaborateure der vergangenen Jahre bestätigt. Der letzte offizielle "neue" Jackson-Song war "This is it", der im letzten Oktober veröffentlicht wurde. Nun sorgt die halbfertige Version eines unbekannten Jackson-Songs namens "Another Day" für Aufregung unter Fans. Gerüchte, dass Lenny Kravitz für den Song mitverantwortlich sei, bestätigt dieser jetzt mit einer Facebook-Videobotschaft . Kravitz verrät "Another Day" geschrieben, produziert und alle Instrumente gespielt zu haben. Und rätselt, wie das Lied ins Netz gelangen konnte. Eine reguläre Veröffentlichung von "Another Day" sei definitiv geplant, sagt Kravitz und wünscht Frieden!

Neues von der "Buddha Machine
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In den vergangenen Jahren hat sich die "Buddha Machine" zu einem beliebten Spielzeug für Popverliebte entwickelt. Ein Plastikkästchen, etwa so groß wie eine Zigarettenschachtel, das ein paar einlullende Elektroklänge gespeichert hat. So lange die Batterien halten, kann der gestresste Hipster sich so Entspannung schaffen. Mehr als 50.000 wurden davon bereits abgesetzt, zu den prominenten Fans zählen Brian Eno, Damon Albarn, Daft Punk und Blixa Bargeld. Für Liebhaber abseitigerer Klänge gibt es neuerdings die Buddha Machine Throbbing Gristle Edition. "Gristleism" lässt 13 vertrackte Loops der legendär berüchtigten britischen Electro-Avantgardisten Throbbing Gristle surren. Zu hören sind unter anderem arg reduzierte Klassiker wie "Persuasion" oder "Twenty Jazz Funk Greats". Unglaublich, aber wahr!

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