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Pop!: Um einen Mythos ärmer

Foto: Ann Johansson/ Getty Images

Pop! Ein guter Hund für Jesus

Wem in der Vor-Adventszeit nach christlicher Musik zumute ist, der findet im Netz seltsame religiöse Versionen von Popsongs. Der "Raumschiff-Enterprise"-Star William Shatner covert Weltliches - den Hit "Fuck You".

Christ, Christ, Baby
Zugegeben, es ist nicht sonderlich originell, sich über Menschen zu amüsieren, die über ihre Liebe zu Jesus rocken. Denn einem großen Teil der Menschheit gelten christlicher Rock und Pop als bizarrer Witz. Cool war es, wenn die Rolling Stones ihre "Sympathy for the Devil" bekundeten, Zuneigung zu Jesus rockt dagegen eher nicht so. Auch Plattenfirmen-Managern bricht wohl der kalte Angstschweiß aus, wenn erfolgreiche Künstler ihren Glauben als Thema entdecken. Nun hat ein New Yorker Blogger mit viel Freizeit die seiner Meinung nach "15 verrücktesten christlichen Musikvideos"  zusammengestellt.

Dabei eine junge Christin, die Vanilla Ice' Bestseller "Ice Ice Baby" in "Christ Christ Baby" umrappt, ein Barde, der sich das Gesicht wie ein Hund angemalt hat und singt, dass er "a good dog for Jesus" sein will, eine christliche Death Metal Band namens "Erlösung", die sehr grotesk Unverständliches bellen, sowie vier betagte Christinnen, die mit Blumentöpfen auf dem Kopf Devos New-Wave-Klassiker "Whip It" ins ermahnende "Zip it" verwandeln. Ein höllisch lustiges Vergnügen.

Dr. Dres

Stunde der Wahrheit
Nach der ewig verschobenen Veröffentlichung der Guns-N'-Roses-Desaster-Platte "Chinese Democracy" führt nun "Detox" die Hitparade der legendär verzögerten Alben an. Das dritte Solo-Album des HipHop-Großmeisters Dre ist seit sieben Jahren angekündigt. Immer wieder verkündete der meist schweigsame Produzent und Musiker, dass ihn die Arbeit mit Klienten wie Eminem und 50 Cent davon abhalte, "Detox" zu beenden. Eindrucksvoll lang ist die Liste der angeblich daran beteiligten Künstler, sie reicht von den üblichen Verdächtigen wie Eminem und Snoop Dogg bis zu Lady GaGa, Fergie, Paul McCartney, Slayer und Burt Bacharach. Nun scheint die Veröffentlichung tatsächlich in greifbarer Nähe. Ein erster Track namens "Kush" geistert durch die Blogs, und Dre behauptet, dass "Detox" im Frühjahr kommen soll. Eigentlich schade, dann ist das Popuniversum wieder um einen Mythos ärmer.

William Shatner

Piep mich rauf, Scotti
Der Schauspieler , der Welt besser bekannt als Captain Kirk vom Raumschiff Enterprise, hat sich schon immer gern als Sänger zum Narren gemacht. Seine aberwitzigen Versionen von Songs wie "Strawberry Fields Forever" sind so abgrundtief schlecht, dass man ihm den Spaß gönnt, den er dabei haben muss. Nun hat Shatner, der Sänger, auf seine alten Tage noch mal zugeschlagen und sich über Cee-Lo Greens aktuellen Hit "Fuck You" hergemacht . In einer US-Talkshow gab er unterstützt von drei Background-Sängerinnen seine Version der aufgedrehten Soul-Nummer zum Besten, was aber vor allem ein irres Vergnügen ist, weil die strengen Zensoren jedes "Fuck" aus "Fuck You" weglöschten und das Loch mit einem Piepton überklebten. Bleibt die Frage, was am Ende mehr zum Lachen ist: Shatners Gesangseinlage oder das Piepen...

Beck

Becks Demokratie
Seit geraumer Zeit betreibt Hansen seinen "Record Club". Mit allerlei prominenten Freunden und Kollegen wie Wilco, Feist, Sonic Youth, Devendra Banhart, Liars, Tortoise und MGMT hat er in spontanen Sessions mehr oder weniger berühmte Alben komplett nachgespielt, zum Beispiel Werke von Velvet Underground, Skip Spence, Leonard Cohen, INXS und Yanni. Bislang standen die meist gelungenen Resultate kostenlos zum Anhören auf Becks Seite zur Verfügung. Nun soll eine Art "Best of" dieser Sessions als regulärer Tonträger folgen. Welche zehn Songs sich dort die Ehre geben sollen, dürfen die User von Becks Seite per Abstimmung  entscheiden. Die angemessen behutsame Neueinspielung von The Velvet Undergrounds "Sunday Morning" auszulassen, wäre ein Jammer. Der Streit um die besten Lieder kann beginnen.

Neil Young

Hey, Hey, My, My, Biodiesel will never die
muss dieser Tage einen schweren Verlust verkraften: diverse Erinnerungsstücke seiner Karriere, aber vor allem sein geliebtes Bio-Diesel Automobil. Seit zehn Jahren verkündete der technikverliebte Kauz Young, dass er mit diesem Wagen Maßstäbe setzen wolle, um die Treibstoff-Entwicklung voranzutreiben, ja, er war so begeistert davon, dass er das Fahrzeug sogar auf seinem Album "Fork in the Road" ausgiebig besang. Nun ist die Lagerhalle abgebrannt, in der das Wunder-Mobil abgestellt war. Neben Instrumenten und anderen Stücken aus der Sammlung des Kanadiers hat es auch sein Auto erwischt. Die Ursache für den Brand war wohl, wie die Feuerwehr mitteilte, ein Kurzschluss im Biodiesel-Gefährt. Das System sei noch nicht ausgereift gewesen, gab ein zerknirschter Young zu Protokoll und setzte hinzu: "Aber das Auto war nicht schuld!"

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