Pop-Prognose 2012 Platz 2: Azealia Banks

Welche neuen Acts werden in diesem Jahr für Aufsehen sorgen? SPIEGEL ONLINE hat Kollegen aus Medien und Musikindustrie um ihre Tipps fürs Pop-Jahr 2012 gebeten. In einem Countdown stellen wir die Top Ten der heißesten Newcomer vor - hier ist die Nummer 2.

Als "Best lips in indie" haben Musik-Blogs bereits Lana del Reys üppigen Mund getauft. Wollte man die Reihe fortführen: Der Titel "Best lips in hiphop" gebührt Azealia Banks. In gestochen scharfen Schwarz-weiß-Bildern konzentriert sich das Video zu Banks Internet-Smash "212"  auf ihren breiten Mund. Und was aus dem kommt, ist unglaublich.

Zunächst ist das vor allem ein Schwall an "c- and n-words". Doch die Verblüffung über so viel Obszönität weicht schnell dem Respekt: Der disparate Song, der musikalisch eigentlich alle 45 Sekunden die Richtung wechselt, wird durch Banks präzise Diktion und ihre starke Singstimme nicht nur zusammengehalten - er wird durch sie zum zwingenden Hit. Prompt wählte sie die britische Musikzeitschrift "NME" zur "coolest person in music 2011".

Nur angeborenes Talent ist bei der 23-jährigen New Yorkerin nicht im Spiel: Als Absolventin der LaGuardia High School of Performing Arts zeigt Banks professionelle Lässigkeit im Umgang mit Kamera und Aufmerksamkeit. Auf dieselbe Schule ging bereits Nicki Minaj, die mit Banks nun überfällige Gesellschaft in der Riege der hochtalentierten Rapperinnen bekommt.

Die bislang veröffentlichten weiteren Songs von Azealia Banks sind zwar nicht so stark wie "212". Da sie aber Paul Epsworth als Produzent ihres Debütalbums ausgewählt hat, sind die Erwartungen trotzdem hoch: Epsworth war der Erfolgsproduzent des Jahres 2011, mit ihm setzten sich Adele und Florence and the Machine in den Charts fest. Dort dürfte sich Ende 2012 auch Azealia Banks' Album wiederfinden - im Gegensatz zu ihren züchtigen britischen Kolleginnen allerdings mit einem "Parental Advisory"-Aufkleber versehen.

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