SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

22. Juli 2011, 08:42 Uhr

Pop!

Schlechte Nachrichten für picklige Nachwuchsrocker

Von

Der "Rolling Stone" hat Frauen gern "bereit und verfügbar", eine englische Plattenfirma klagt einen deutschen Journalisten an, Take That brechen Tournee-Rekorde - und das Krümelmonster rappt mit den Beastie Boys.

Pose und fehlende Kleidung

Auf dem Cover des US-Magazins "Rolling Stone" zu sein, ist für viele Nachwuchskünstler immer noch ein Traum. Dass man dessen Erfüllung - wer hätte das gedacht - eher erreicht, wenn man jung, weiblich, attraktiv und auch mal unbekleidet ist, haben nun zwei amerikanische Wissenschaftlerinnen nachgewiesen. Im Rahmen einer Studie über die rasant ansteigende Sexualisierung der Pop-Kultur haben die Soziologinnen Erin Hatton und Mary Nell Trautner Titelbilder des altehrwürdigen Musik-Magazins "Rolling Stone" ausgewertet, das immer noch ein wichtiger Indikator für Trends der amerikanischen Pop-Kultur ist. Darüber haben sie jetzt eine Studie veröffentlicht. Die beiden analysierten 1006 "Rolling Stone"-Cover aus den Jahren 1967 bis 2009; sie nahmen jedes Titelbild unter die Lupe nach Kriterien wie "Pose", "begleitender Text" oder eben dem Fehlen von Kleidung. Dabei waren berühmte Motive mit Cindy Crawford, Janet Jackson und Christina Aguilera. Heraus kam, dass auch beim "Rolling Stone" die sexualisierte Darstellung von Frauen im Lauf der Jahrzehnte rapide zugenommen hat. Bilder, die signalisieren, dass "weibliche Schauspielerinnen und Musikerinnen bereit und verfügbar" seien.

Kurzum, schlechte Nachrichten für bleiche, picklige Nachwuchsrocker, jemals über das Titelbild des "Rolling Stone" Karriere zu machen.

Am Pranger

Noch nicht ganz so bekannt wie der "Rolling Stone" ist das deutsche HipHop-Magazin "Backspin". Das ändert sich gerade, denn seit einigen Tagen ist "Backspin" im Zentrum einer teils heftig geführten Online-Kontroverse. Anlass ist eine Beschwerde des hippen britischen Labels Ninjatune (Coldcut), das einen deutschen Journalisten des Magazins "Backspin" anprangert, Vorabversionen von Alben ihrer Künstler Toddla T und Thundercat lange vor Veröffentlichung "geleakt", also illegal ins Netz eingespeist zu haben. Dass Musik lange vor dem offiziellen Erscheinungstermin ins Internet findet, ist nicht neu, dass eine Plattenfirma öffentlich konkret einen Journalisten beschuldigt, schon.

Das Problem sind die Vorabtonträger oder Dateien, die Musikjournalisten für ihre Berichterstattung von Plattenfirmen zur Verfügung gestellt bekommen, und die regelmäßig irgendwie im Internet landen. Auch wenn es heute üblich ist, solche CDs aus Sicherheitsgründen mit einem Namenscode des Adressaten zu versehen, sickert doch das meiste durch. Was die Situation nicht einfacher gestaltet. Selbstverständlich streitet der Beschuldigte alles ab. Nun wird im Netz heftig dabattiert, wer Recht hat. Für die Unschuld des "Backspin"-Mannes spricht, dass er kaum so dämlich sein dürfte, eine CD mit seinem Namenscode ins Netz zu stellen. Man weiß nie, welche Stationen eine solche Vorab-CD absolvierte, bis sie den Adressaten erreichte. Viel Stoff für angeregte Streitereien also.

Nimm das!

Es war "Malen nach Zahlen", aber der Erfolg der wiedervereinigten Zweckgemeinschaft Take That inkl. Robbie Williams übertrifft selbst die hochgesteckten Erwartungen. Ihre Tournee (heute in Hamburg) bricht lässig allerlei Rekorde, die nun imposant bei Billboard.Com aufgelistet wurden.

Krümelmonster Boys

Klar, die Beastie Boys haben immer mal wieder mit ungewöhnlichen Video-Clips für Aufsehen gesorgt. Aber dieser (wohl nicht ganz legale) Clip ist wohl der lustigste Beastie-Boys-Film von allen und sorgt gerade im weltweiten Netz für Vergnügen.

Rave on

Gut im Rennen sind auch die Brit-Popper von Primal Scream, die mit großem Aufwand ihr berühmtestes Album "Screamadelica" auf die Bühne gebracht haben. Aus diesem Anlass zauberten die Dokumentationsmeister der BBC einen unterhaltsamen Film, der nun online zu bestaunen ist.

URL:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung