Pop-Titanen Farian startet Buch-Attacke gegen Bohlen
Frankfurt/Main - Farian will mit seinem Buch "nachweisen, dass Bohlen unverblümt bei anderen Musikautoren abgekupfert hat". Bohlen führe sich auf "wie ein Popmusik-King-Kong", sei aber bloß ein Scharlatan", sagte Farian gegenüber der Nachrichtenagentur ddp.
"Die Wahrheit ist, dass Dieter nicht singt, sondern singen lässt, dass er Leute engagiert, die für ihn produzieren, und dass er echte Sänger als Trittbrettfahrer und Schmarotzer beschimpft", sagte Farian. Bohlens Gesangswettbewerb bei RTL verdiene den Titel "Deutschland sucht den Superstar - und findet ihn nicht". Der vom Boulevard als "Pop-Titan" hofierte Bohlen sei lediglich innerhalb Deutschlands erfolgreich. "Beim internationalen Wettbewerb ist sein vermeintlicher Superstar Alexander Klaws kläglich gescheitert", ätzte Farian.
Vor allem wolle er aber auch darauf aufmerksam machen, dass der Bertelsmann-Konzern zulasse, dass seine eigenen Musiker von Bohlen mit Schmutz beworfen würden. "Das wäre vor fünf, sechs Jahren nicht möglich gewesen", betonte Farian. Bohlen denunziere jeden und habe mit niemandem Mitleid. "Mit diesem System muss endlich mal Schluss sein."
Bohlen hatte 2002 und 2003 in den beiden Bänden "Nichts als die Wahrheit" und "Hinter den Kulissen" seine Autobiografie veröffentlicht. Die beiden Bücher bestanden im Wesentlichen aus indiskreten Geschichten über andere Prominente, mit denen Bohlen bis zum Erscheinen der Bücher teilweise befreundet gewesen war. Gegen das zweite Buch hatte es mehrere Einstweilige Verfügungen gegeben.
Farian erklärte, er wolle Bohlen mit seiner Veröffentlichung auch im Namen vieler Musikschaffender "die rote Karte zeigen". Vor einer Klage Bohlens habe er keine Angst: "Wenn er eine Einstweilige Verfügung macht, dann haben wir den Lacher des Jahres." Der Erlös des Buches, das mit einer Auflage von 80.000 Exemplaren startet, geht laut Farian vollständig an die Nordhoff/Robbins Stiftung, die sich um Musiktherapie für autistische Kinder kümmere.
Schon im Oktober letzten Jahres hatte Farian seine Bohlen-Attacke mit einem "offenen Brief" auf seiner Website gestartet. Darin beschimpfte der erfolgreiche Produzent (Boney M, Milli Vanilli) seinen jüngeren Kollegen unter anderem als "Hohlkopf" und "größte Dreckschleuder der Nation". Zuvor hatte Bohlen in einem TV-Interview gesagt, der einzige, von dem er sich Kritik gefallen lassen würde, sei Frank Farian. Zu den polemischen Anwürfen seines Quasi-Vorbildes hat sich Bohlen bisher jedoch nicht geäußert.